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Gewinneinbruch bei Volkswagen

Konzernchef Winterkorn bezeichnete VW als "soldige aufgestellt"
© Foto: ddp

Das Ergebnis nach Steuern sank um fast 81 Prozent / Konzern-Chef Winterkorn äußert sich leicht optimistisch über die Prognosen für 2010


Datum:
26.02.2010
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Wolfsburg. Die schwere Krise in der Autoindustrie hat im vergangenen Jahr auch bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen zu einem Gewinneinbruch geführt. Das Ergebnis nach Steuern sank von rund 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr um fast 81 Prozent auf 911 Millionen Euro. Das teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit. Im Gegensatz zu anderen Autobauern schrieb VW aber keine roten Zahlen. Der Umsatz verringerte sich um 7,6 Prozent auf rund 105,2 Milliarden Euro. Konzernchef Martin Winterkorn sagte, VW sei finanziell "sehr solide" aufgestellt und wolle seine Stellung auf den Weltmärkten weiterhin auszubauen. "Wir haben gute Gründe, das neue Jahr zuversichtlich anzugehen. Allerdings bleiben die Rahmenbedingungen weiterhin sehr schwierig." Volkswagen erwarte für das Jahr 2010 bei Umsatz und operativem Ergebnis höhere Werte als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr ging das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um fast 71 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zurück. Die Aktionäre sollen für das Jahr trotz des Gewinneinbruchs eine nur wenig reduzierte Dividende von 1,60 Euro je Anteil erhalten. Für 2008 hatte VW eine Dividende von 1,93 Euro gezahlt. Großaktionäre bei VW sind die Familien Porsche und Piëch, das Land Niedersachsen und das Golf-Emirat Katar. Zwar hatte VW im vergangenen Jahr seinen Absatz gegen den Branchentrend gesteigert, und zwar um 0,6 Prozent auf 6,3 Millionen Autos. Ein Grund für den Gewinneinbruch waren schwankende Zins- und Wechselkursverläufe. Zudem VW hatte zwar von der Abwrackprämie profitiert - diese kurbelte aber vor allem den Verkauf von kleineren, günstigeren Autos an, die geringere Gewinnspannen haben. Dagegen hatte es bei der Premiummarke Audi einen Absatzrückgang gegeben. Außerdem machte VW gute Geschäfte insbesondere in Märkten wie China und Brasilien, in denen die Margen ebenfalls vergleichsweise gering sind. Zudem wirkten sich möglicherweise Abschreibungen auf die Beteiligung am schwedischen Lastwagenhersteller Scania negativ aus. Dazu gab es aber bei der Vorstellung der Eckpunkten für das vergangene Geschäftsjahr keine Angaben. Detaillierte Zahlen - etwa zur Entwicklung der einzelnen Marken - will VW am 11. März vorstellen. VW sieht dennoch seine wesentlichen Ziele für das Jahr 2009 erreicht. Auf wichtigen Märkten der Welt habe der Konzern Marktanteile dazugewonnen. Der Absatz solle 2010 gesteigert werden. Winterkorn sagte, der Konzern habe im vergangenen Jahr die schwierige Situation in der Automobilbranche erfolgreich gemeistert. "Dies ist ein nachhaltiger Beweis der Stärke unseres Mehrmarkenkonzerns." Der Konzern hat derzeit neun Marken. Als zehnte Marke soll im Laufe des Jahre 2011 der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche in den Konzern integriert werden. VW hatte einen erbitterten Übernahmekampf für sich entschieden. Volkswagen will bis zum Jahr 2018 weltgrößter Autobauer werden und Toyota ablösen. Derzeit ist VW hinter den Japanern und dem US-Autobauer General Motors die Nummer drei. Toyota aber ist derzeit wegen des Rückruf-Debakels schwer geschwächt. Die Japaner sehen sich aber dennoch auf dem Weg zurück in die Gewinnzone. Wie Toyota Anfang Februar mitgeteilt hatte, dürfte zum Ende des bis 31. März laufenden Geschäftsjahres dank aggressiver Kostensenkungen und hoher Nachfrage nach Hybridautos unter dem Strich ein Gewinn von 80 Milliarden Yen (632 Mio Euro) anfallen statt zuvor erwarteter Verluste von 200 Milliarden Yen. Auch bei anderen deutschen Autobauern war der Gewinn im vergangenen Jahr eingebrochen. Der Daimler-Konzern hatte unter dem Strich Verluste von 2,6 Milliarden Euro eingefahren. Im Jahr zuvor hatten die Stuttgarter noch einen Gewinn nach Steuern von 1,4 Milliarden Euro erzielt. (dpa)

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