Die von der Staatsbahn SNCF kontrollierte Pariser Gruppe Geodis, müsse sich "dringend und vorrangig auf gesunde Bereiche" mit starkem Gewinnpotenzial wie Logistik- und Kep-Leistungen im südeuropäischen Allianzraum konzentrieren. Das erklärte Konzernchef Pierre Blayau in einem Interview mit der Pariser Zeitung Les Echos. Der Hintergrund: Nettoverluste im ersten Halbjahr in Höhe von 58 Millionen Euro (113 Millionen Mark). Für das Gesamtjahr kündigte der frühere Moulinex-Chef "schwere Verluste" an und bezeichnete eine Kapitalaufstockung als "unausweichlich". Der Geodis-Umsatz erhöhte sich bei unveränderten Parametern bis Ende Juni um 4,2 Prozent, der Bruttobetriebsüberschuss stieg um 15,4 Prozent auf 80,8 Millionen Euro und der Betriebsgewinn verbesserte sich um 8 Prozent auf 14,6 Millionen. Rund 20 Prozent vom Umsatz entfallen jedoch auf Aktivitäten, die Blayau als dringend sanierungsbedürftig bezeichnete, weshalb er die Aktionäre um entsprechende Rückstellungen bitten werde. Zur Debatte steht offenbar das weitere Schicksal der erst kürzlich übernommenen britischen Tochter United Carriers, deren Verluste sich noch erhöht haben, und das der Geodis-Aktivitäten in Südamerika. Mit "spektakulären Zukäufen" sei nicht mehr zu rechnen, sagte Blayau. (vr/jb)
Geodis-Chef kündigt schwere Verluste an
Sorgenkinder sind die britische Tochter United Carrier und das Südamerika-Geschäft