Fachkräftemangel bei IT-Experten und Supply Chain-Fachleuten führt dazu, dass Unternehmen manchmal auch Geisteswissenschaftler für solche Positionen einstellen. Doch Vorsicht: Zwar können sich laut einer aktuellen Studie 73 Prozent der Geisteswissenschaftler an deutschen Universitäten vorstellen, kurzfristig auch in einem der eigenen Ausbildung fremden Berufsfeld zu arbeiten. Aber dies scheint nur aus Angst um einen Job nach dem Studium zu geschehen. Fast 60 Prozent der studierenden Geisteswissenschaftler fürchtet um eine Anstellung nach der Universitätsausbildung. Auf Dauer will eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent der Studierenden aus geisteswissenschaftlichen Bereichen wie Geschichte, Germanistik, Anglistik oder Philosophie einen Job im erlernten Berufsbereich. Wer Geisteswissenschaftler einstellen will, sollte also genau prüfen, ob sich die Kandidaten wirklich für die Aufgabe begeistern oder zumindest mit der Zeit begeistern lassen. Weitere Ergebnisse der Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz, die im Auftrag des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Ergebnisse einer Befragung von bundesweit 900 Studierenden der Geisteswissenschaften aus Wintersemester 1997/98 analysiert: Das Studium der Geisteswissenschaften an deutschen Universitäten bereitet die Studierenden nur unzureichend auf den Arbeitsmarkt vor. Gerade acht Prozent erfahren in ihrer Studienzeit einen Praxisbezug. Nur ein Drittel der Studierenden ist an einem raschen Abschluss des Studiums interessiert. Jeder zweite Studierende überschreitet die Regelstudienzeit. Hochschule und Studium bilden für 61 Prozent der Befragten einen wichtigen Lebensbereich, doch nur für ein Drittel auch einen Lebensmittelpunkt. Im Durchschnitt studieren die angehenden Geisteswissenschaftler wöchentlich rund 34 Stunden und sind weitere acht Stunden erwerbstätig. Die ausführliche Studie zum Thema Geisteswissenschaftler finden Sie hier auch als kostenlosen Download
Geisteswissenschaftler als Ersatz für IT-Fachkräfte?
Eine aktuelle Untersuchung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zeigt, was Studierende der Geisteswissenschaften wirklich wollen.