GDL: Kooperation mit anderen Bahn-Gewerkschaften nicht absehbar

11.09.2008 11:28 Uhr
Weselsky
GDL-Chef Claus Weselsky. (Foto: ddp)
© Foto: ddp

Bei den zu Jahresbeginn anstehenden Bahn-Tarifverhandlungen wird es voraussichtlich kein abgestimmtes Vorgehen der drei Gewerkschaften geben

Frankfurt/Main. Bei den zu Jahresbeginn anstehenden Bahn-Tarifverhandlungen wird es voraussichtlich kein abgestimmtes Vorgehen der drei Gewerkschaften geben. Eine Kooperation mit den anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA sei derzeit nicht absehbar, sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, am Mittwochabend vor Journalisten im Frankfurter Presseclub. Den jüngsten Abschluss der beiden Konkurrenzgewerkschaften mit der Deutschen Bahn AG über einen Tarifvertrag für Zeitarbeiter bei der Bahn-Tochter Service GmbH, der auch Lokführer umfasst, betrachte er als "Kriegserklärung". "Transnet hat kein Recht, Tarifverträge für Lokführer abzuschließen." Die von der "DB-Hausgewerkschaft" Transnet vereinbarten Bedingungen lägen um bis zu 30 Prozent unter denen des ordentlichen Lokomotivführer-Tarifs, sagte Weselsky. Vertreter der Konkurrenzgewerkschaft bestritten diese Aussage. Der GDL-Chef machte klar, dass er bestimmte Verabredungen zu den Tarifverhandlungen wie gleiche Laufzeiten für die zu vereinbarenden Verträge nicht in Frage stelle. Der Gewerkschaftschef zeigte sich zudem kritisch zu Überlegungen der Bahn, für den Regionalverkehr bis zu 30 selbstständige GmbHs auszugründen. Es gehe dem Unternehmen einzig um ein Unterlaufen des bisherigen Tarifniveaus. Dagegen gebe es nur das Mittel einer starken, kampfbereiten Gewerkschaft. Die GDL werde bei jeder einzelnen Tochter höhere Löhne durchsetzen, wenn sie dazu organisatorisch in der Lage sei. Die GDL hatte im Frühjahr nach langem Arbeitskampf einen eigenen Tarifvertrag und eine Lohnsteigerung von 11 Prozent für die Lokführer durchgesetzt. Weselsky ist als Nachfolger von Manfred Schell ein knappes halbes Jahr im Amt. Für die kommende Tarifrunde rechne er nicht mit vergleichbar harten Auseinandersetzungen, zumal sich die Forderungen voraussichtlich nicht im zweistelligen Bereich bewegen würden, sagte der Vorsitzende. Die GDL werde ihren Mitgliedern keine Ratschläge über den Erwerb von Mitarbeiteraktien beim geplanten Börsengang der Bahn geben, sagte Weselsky weiterhin und spielte auf die Werbekampagne des ehemaligen Staatsunternehmens Deutsche Telekom an: "Ich möchte nicht als der Manfred Krug der Deutschen Bahn AG in die Geschichte eingehen." (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.