Nach nicht mal einjähriger Amtszeit hat sich die französische Post (La Poste) von ihrem Generaldirektor Daniel Caille getrennt und den bisherigen Personalchef der Gruppe, Georges Lefebvre, zu seinem Nachfolger bestellt. Das berichtete die Pariser Les Echos. Caille war aus der Privatwirtschaft zur Post gekommen. Kenner des Staatsunternehmens vermuten, dass der einundfünfzigjährige Topmanager dessen Schwerfälligkeit und Reformresistenz sowie den von fast allen politischen Lagern des Landes unterstützten Widerstand der Gewerkschaften gegen die Brüsseler Liberalisierungspläne unterschätzt hat. Als weiteren Grund für den frühen Abgang nennen Insider die offensichtliche Unlust des neuen Postchefs Martin Vial, seine Macht mit Anderen zu teilen. Der neue "General" ist kein Quereinsteiger. Lefebvre hat vor 20 Jahren die nationale Post-Fachhochschule absolviert, seither ununterbrochen im Postbereich gearbeitet und gilt als Vertrauter Vials. Seine bisherige Funktion als Personalleiter wird er beibehalten. Für die im Postsektor führende kommunistische Gewerkschaft CGT ändert seine Wahl nichts, weil mit ihr kein radikaler genereller Strategiewechsel bei La Poste einhergehe, erklärte sie. (vr/jb)
Führungswechsel bei La Poste
Neuer Chef ist alter Hase