Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt sieht trotz eines Minus beim Passagieraufkommen im ersten Halbjahr 2002 Zeichen für eine Trendwende. Bei der Luftfracht habe es im Juni erstmals seit 14 Monaten wieder deutliche Zugewinne gegeben, teilte der Flughafenbetreiber Fraport AG am Freitag mit. Die Luftfracht verzeichnete im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 5,7 Prozent auf rund 129.000 Tonnen. Dies sei ein "klares Indiz" für den Aufschwung. Wachstumsmotor bei der Luftfracht sei der Interkontinental-Verkehr, vor allem mit Fernost. "Erfahrungsgemäß ist die Luftfracht ein wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft", sagte Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender. Trotz der Erholung im Juni verbuchte die Luftfracht im ersten Halbjahr insgesamt ein Minus von 2,8 Prozent auf 723.000 Tonnen. Die Zahl der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen blieb von Januar bis Juni mit 222.500 Starts und Landungen um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Trotz des Passagierrückgangs sowie anhaltender Turbulenzen bei einem Terminalbau auf den Philippinen peilt Fraport für 2002 ein stabiles Ergebnis an. Angestrebt wird ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von mindestens 500 Millionen Euro. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 507 Millionen Euro. Der Konzern-Überschuss war 2001 um 22 Prozent auf 101 Millionen Euro gesunken. Am Mittwoch hatte Fraport angekündigt, die Kosten kräftig zu drücken. Dafür sollen Abläufe und Beteiligungen auf den Prüfstand kommen. Im Jahr 2005 solle damit ein um mindestens 150 Millionen Euro besseres Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erzielt werden. (vr/dpa)
Fraport: Plus bei Luftfracht als Zeichen für Trendwende
Zuwachs um 5,7 Prozent gegenüber Vorjahresmonat