Fraport erwägt Einstieg bei Londoner Flughäfen

03.09.2008 10:41 Uhr

Finanzinvestoren wollen für ein Engagement in London mit Fraport ein Joint Venture bilden

Frankfurt/Main. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport fasst einen Einstieg bei den Londoner Flughäfen Gatwick und Stansted ins Auge. „Wir werden in London ein Engagement jedenfalls genau prüfen, wenn die Flughäfen auf den Markt kommen“, sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender. Der britische Flughafenbetreiber BAA muss sich auf Anordnung der britischen Wettbewerbsbehörde von zwei seiner drei Londoner Flughäfen trennen. Es gebe etliche Anfragen von Finanzinvestoren, die für ein Engagement in London mit Fraport ein Joint Venture bilden wollten, sagte Bender. Ob Fraport letztlich ein Gebot abgeben werde, hänge aber von den konkreten Bedingungen ab. Klarheit im Ausschreibungsverfahren erwartet der Vorstandschef frühestens für Ende dieses Jahres. Für Fraport sei bei einem Einstieg maßgeblich, dass alle Beteiligungen des Konzerns Geld verdienen müssten. In diesem Zusammenhang rechnet Bender auch mit Unterstützung der Fraport-Anteilseigner. Dass sich der Konzern im Ausland engagiere, sei auch hilfreich für den größten Flughafen des Unternehmens in Frankfurt. An dem im MDAX notierten Flughafenbetreiber halten das Land Hessen und die Stadt Frankfurt die Mehrheit. Die Lufthansa ist mit zehn Prozent beteiligt, die Schweizer Bank Julius Bär mit gut zehn Prozent. Die britische Wettbewerbsbehörde hat die Ferrovial-Tochter BAA aufgefordert, zwei ihrer drei Flughäfen in London zu verkaufen. Dabei handelt es sich voraussichtlich um die Flughäfen Stansted und Gatwick, da BAA bereits klargestellt hat, sich auf keinen Fall von Heathrow zu trennen. Auch der deutsche Baukonzern Hochtief sowie der Flughafenbetreiber Manchester Airport Group haben Interesse an einem Einstieg bekundet. Eine endgültige Entscheidung zu den Verkäufen soll im kommenden Frühjahr getroffen werden. (dpa)

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