Bingen. Ein neues Bremssystem für Güterwaggons soll den von Zügen verursachten Lärm im Mittelrheintal verringern. Die Umsetzung des Programms „Leiser Rhein“ und der Einbau der sogenannten Flüsterbremsen werde „den Menschen im Mittelrheintal und darüber hinaus an anderen Strecken wie an der Mosel deutliche Erleichterungen bringen“, sagte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering in Bingen bei einem Besuch von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD). CDU-Fraktionschef Christian Baldauf mahnte mehr Anstrengungen für den Lärmschutz in der betroffenen Region an. Die umgerüsteten Fahrzeuge sollen vor allem auf den am stärksten belasteten Strecken eingesetzt werden, sagte Hering. Das habe die Gütertochter der Bahn DB Railion bereits zugesagt. Ein Anreiz für die Umrüstung der Wagen solle mit einem lärmabhängigen Trassenpreissystem bewirkt werden. So würden leise Züge weniger und laute mehr für die Benutzung der Strecken zahlen. Dazu komme die Erprobung neuer Lärmschutzmaßnahmen direkt am Gleis. Hering unterstrich zugleich die große Bedeutung des Güterverkehrs auf der Schiene. Die Verlagerung des Lastwagenverkehrs von der Straße sei zentrales Ziel der Verkehrspolitik in Deutschland und Europa. „Ich weiß, dass die Menschen am Mittelrhein besonders unter dem Lärm zu leiden haben und setze deshalb hier einen Schwerpunkt bei der Lärmbekämpfung“, sagte Tiefensee. Der Bund habe seit 1999 allein in dieser Region 90 Millionen Euro investiert und etwa zwischen Köln und Wiesbaden/Mainz auf einer Länge von 40 Kilometern Lärmschutzwände errichtet. CDU-Fraktionschef Baldauf forderte Hering auf, bei der Bahn mehr Druck für eine schnellere Umsetzung der Lärmschutzprogramme zu machen. Er kritisierte, dass die bisherigen Maßnahmen immer „nur tröpfchenweise“ umgesetzt worden seien. Vom Bahnlärm gingen ernste Gesundheitsgefährdungen aus, sagte Baldauf. (dpa)
Flüsterbremsen sollen Ruhe bringen
Umrüstung von Güterwaggons soll Lärmschutz im Rheintal verbessern