Bochum. „Die haben heute alle Vorteile, die wir früher gehabt haben2, sagte der Dudenhöffer am Mittwoch beim 8. Internationalen CAR-Symposium in Bochum. Zu der Fachtagung waren rund 800 Experten in die Revierstadt gekommen.
Hintergrund der Entwicklung sei vor allem ein in Russland erwarteter kräftigen Anstieg des Automobilabsatzes. Von einem Produktionsstandort in Osteuropa aus könne diese Region auch von Zulieferern ebenso gut bedient werden, wie westliche Märkte. „Die Produktion läuft eindeutig dahin, wo der Verkauf ist“, sagte der Automobil-Professor. Dabei würden die neuen EU-Länder, die mit Hilfen aus Brüssel ihr Infrastruktur ausbauten, für die Hersteller immer wichtiger.
Osteuropa könne schon bald zum „Mekka“ vieler Unternehmen werden, sagte Dudenhöffer. In Deutschland erwarte er dagegen nicht mehr die Eröffnung neuer eigenständiger Werke der Automobilindustrie. An den vorhandenen Standorten würden dagegen künftig mit immer weniger Beschäftigten immer mehr Autos produziert.
Angesichts dieser Entwicklung forderte der Experte die nordrhein-westfälische Landesregierung auf, Innovations-Netzwerke rund um die Automobilindustrie stärker zu fördern. „Das ist immer noch ein Flickenteppich von vielen regionalen Wirtschaftsförderern“, sagte er. „Wenn man das nicht in Angriff nimmt, haben wir hier die Nokias von morgen“, sagte Dudenhöffer. Es müsse darum gehen, die für die Unternehmen wichtige Heimatbasis mit Innovationen zu stärken. Eine besondere Chance sei dabei die Entwicklung von Grundlagen etwa für neue Techniken zum Klimaschutz.
Nach den Ergebnissen einer Studie des von Dudenhöffer geleiteten Prognoseinstituts B&D-Forecast, soll vor allem Russland zu einem der großen Wachstumsmärkte der internationalen Automobilindustrie werden. Bis zum Jahr 2010 werde Russland mit einem erwarteten Absatz von jährlich 3,48 Millionen Pkw den deutschen Markt überholen. Bis 2015 werde das Land mit einem erwarteten Automobilabsatz von 4,45 Millionen Fahrzeugen hinter den USA und China zum drittgrößten Automarkt der Welt aufsteigen. Ein kräftiges Wachstum sei daneben auch in China und vielen Schwellenländern zu erwarten. In West- Europa, Nordamerika und Japan sei dagegen nicht mehr mit großen Zuwächsen zu rechnen.