Brüssel. Der Europäische Schiffbauerverband Cesa hat die EU-Institutionen dazu aufgefordert, einen Rettungsplan für die angeschlagene Branche auf den Weg zu bringen. Nur eine europäische Lösung könne den Schiffbau dauerhaft aus der Krise führen, sagte Cesa-Generalsekretär Reinhard Lüken am Donnerstag in Brüssel. Die Aufträge der Werften reichten noch für zwei Jahre. Aufgrund fehlender Neubestellungen sehe es danach düster für den europäischen Schiffbau aus. Zwischen 2007 und 2009 hat die Branche einen Auftragseinbruch von 85 Prozent verzeichnet. Ein erstes Hilfegesuch an die EU-Kommission im September 2009 blieb aufgrund des langen Neubesetzungsprozesses der EU-Behörde ohne Folgen. Jetzt versuchen es die Schiffbauer erneut. Sie unterstreichen ihre Forderungen mit einem Maßnahmenkatalog, der von politischen Vertretern aus 33 europäischen Schiffbauregionen, darunter Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg, unterschrieben ist. Ziel sei es, das Thema Schiffbauförderung auf die Tagesordnung des nächsten EU-Ministerrats für Wettbewerbsfragen Ende Mai zu bringen, sagte Lüken. Die Minister könnten die EU-Kommission damit beauftragen, das erhoffte Hilfsprogramm zu erstellen. Direkte Subventionen lehnt Cesa ab. Vielmehr sollen Anreize wie ein Öko-Bonus oder eine Art Abwrackprämie für ältere Schiffe dafür sorgen, dass sich der europäische Schiffbau gegenüber der mächtigen Konkurrenz aus Südkorea, China und Japan weiter behaupten kann. (kw)
Europas Schiffbauer drängen auf EU-Hilfe
Cesa fordert von der EU Rettungsplan für Schiffbaubranche / Hilfsprogramm soll keine direkten Subventionen, sondern Anreize wie Öko-Bonus oder Abwrackprämie enthalten