EU droht mit Flugverboten

10.09.2008 10:09 Uhr
Tajani
Antonio Tajani will mehr Sicherheit durchsetzen (Bild: EP)
© Foto: EP

Suche nach schwarzen Schafen: Verkehrskommissar Tajani nimmt europäische Fluggesellschaften unter die Lupe

Brüssel. Die Sicherheit europäischer Fluggesellschaften kommt auf den Prüfstand der EU-Kommission. Drei Wochen nach dem Absturz einer Spanair-Maschine in Madrid drohte EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani auffälligen Airlines unverhohlen mit Flugverboten. Wenn die EU-Experten für Flugsicherheit Anfang November über die Aktualisierung der Schwarzen Liste berieten, „wird die Kommission bestimmte europäische Beförderer genau untersuchen“, sagte Tajani gestern im Europaparlament in Brüssel. Der Verkehrskommissar kündigte einen Vorschlag an, der den nationalen Aufsichtsbehörden eine bestimmte Zahl von Kontrollen pro Jahr vorschreiben soll. Die bestehende Richtlinie habe schon deutlich zur Verbesserung beigetragen. Die Zahl der Flugzeug-Kontrollen sei von 3993 im Jahr 2004 auf 7376 im vergangenen Jahr gestiegen. Die Kontrolleure der 42 europäischen Länder, die am sogenannten SAFA-Programm teilnehmen, hätten dabei zu 54 Prozent die Maschinen europäischer Gesellschaften überprüft. Nach dem Absturz von Madrid helfe die Europäische Agentur für Luftverkehrssicherheit (AESA) bei der Suche nach den Ursachen, betonte Tajanai, der am Donnerstag an der Trauerfeier für die 154 Opfer des Unglücks teilnehmen will. Er vertraue darauf, dass die Untersuchung in voller Übereinstimmung mit EU-Recht verlaufe. Bei der Sicherheit im Luftverkehr dürfe es keine Kompromisse geben, führte Tajani aus. Die Rolle der ASEA sei deshalb gestärkt worden. (dpa)

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