Erster Frachter in Wilhelmshaven läuft nach Monaten an der Kette aus

07.03.2014 11:09 Uhr
Die „Bomar Victory“, ehemals „Maersk Vigo“, darf Wilhelmshaven als erstes von drei gestrandeten Schiffen verlassen

Drei Schiffe mussten wegen Poblemen mit der Reederei eine Zwangspause einlegen. Nach dem glücklichen Ende eines Rechtsstreits durfte der erste Frachter jetzt wieder auslaufen.

Wilhelmshaven. Nach einem komplizierten juristischem Tauziehen um drei festgesetzte Schiffe hat ein erster Frachter am Donnerstag Wilhelmshaven wieder verlassen. Die „Bomar Victory“ (früher „Maersk Vigo“) verließ am Morgen den Hafen, in dem sie und zwei weitere Frachter seit Ende August an der Kette gelegen hatten. Grund war ein Rechtsstreit um ausstehende Heuern für die Seeleute.

Die Schiffe hatten im Sommer für Schlagzeilen gesorgt. Sie mussten fast sieben Wochen vor der Insel Wangerooge ankern, weil sich der zahlungsunfähige Reeder nicht um sie gekümmert hatte.

Fast wie im Gefängnis hatten sich die Seeleute gefühlt, als sie im Sommer nach dem Kontaktabbruch mit der Reederei vor Wangerooge ankern mussten. Proviant, Frischwasser und Betriebsstoffe wurden knapp. Der Koch angelte aus Not Fische.

Ende August beendete das deutsche Havariekommando die Zwangspause auf See und ließ die Schiffe nach Wilhelmshaven schleppen. Dort kamen sie auf Intervention der Internationalen Transportarbeiter Gewerkschaft (ITF) an die Kette. Ende Januar wurde der Arrest aufgehoben, nachdem die Gelder für Schlepper, Lotsen und Proviant vom Eigentümer bezahlt wurden.

Im Februar endete auch der Rechtsstreit um ausstehende Heuern für die Mannschaft. Nach einer Einigung mit dem neuen Besitzer der drei Frachter erstritt der Bremer ITF-Anwalt Jürgen Maly rund 730.000 US-Dollar (532.000 Euro) für 51 Seeleute. Darin enthalten waren 4000 US-Dollar (2900 Euro) Schmerzensgeld für jeden Seemann.

Ob die „Bomar Victory“ jetzt die polnische Hafenstadt Danzig ansteuert oder nach einer Probefahrt wieder nach Wilhelmshaven zurückkehrt, blieb am Donnerstag unklar. Offen ist auch, wann die beiden anderen Schiffe wieder in See stechen. (dpa)

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