Emissionshandel im Luftverkehr ab 2012

08.07.2008 13:56 Uhr

Das Europaparlament machte heute den Weg frei für den Handel mit Verschmutzungsrechten im Luftverkehr.

Straßburg. Fluggesellschaften aus Europa und Drittstaaten werden ab 2012 in den Handel mit Verschmutzungsrechten, den Emissionshandel, einbezogen. Das Europaparlament stimmte am Dienstag in Straßburg mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Kompromiss mit dem EU-Ministerrat. „Es ist revolutionär, dass nicht nur innereuropäische Flüge und europäische Fluggesellschaften, sondern auch Interkontinentalflüge und Fluggesellschaften aus China und den USA einbezogen werden, wenn sie in Europa starten und landen“, sagte der Berichterstatter Peter Liese (CDU). Diese klimafreundliche Maßnahme wird eine Erhöhung der Flugpreise zur Folge haben. „Ein Flug von Frankfurt nach Mallorca und zurück wird durchschnittlich um etwa sechs Euro teuer werden“, sagte Liese. 85 Prozent der Verschmutzungsrechte sollen kostenlos verteilt werden. Den Rest müssen die Fluggesellschaften ersteigern. Die Einnahmen der Versteigerung sollen zur Bekämpfung des Klimawandels und für die Forschung sowie zur Förderung weniger klimaschädlicher Transportmittel wie Bus oder Bahn verwendet werden. Insbesondere Airlines, die alte „Dreckschleudern“ betreiben, sollen laut Liese kräftig zahlen müssen. „Fluggesellschaften, die heute schon effiziente Maschinen haben, werden belohnt“, sagte Liese. Der Handel mit Verschmutzungsrechten soll den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wie CO2 verringern. Eine Fluggesellschaft bekommt Rechte für eine bestimmte Menge CO2, die ihre Flotte ausstoßen darf. Schafft es die Gesellschaft, weniger CO2 als dieses Ziel zu produzieren - beispielsweise mit modernen schadstoffärmere Flugzeugen - dann kann sie die überschüssigen Rechte an einer Börse verkaufen. Gesellschaften, deren Flotten das CO2-Ziel übertreffen, müssen Verschmutzungsrechte dazukaufen. Die Liberalen warnten vor Illusionen. „Selbst wenn es gelingt, die USA vom Emissionshandel zu überzeugen, gibt es andere Staaten, die nicht einmal darüber reden wollen“, sagte der deutsche FDP- Abgeordnete Holger Krahmer. „Der Flughafenverband ADV fordert für den internationalen Luftverkehr gleiche Wettbewerbsbedingungen bei der Realisierung des Emissionshandels. Eine europäische Insellösung ist der falsche Weg", erklärt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen), und führt weiter aus: „Fairer Wettbewerb garantiert Effizienz im Ressourcenverbrauch. Ein europäischer Alleingang beim Emissionshandel schadet dem europäischen Luftverkehrsstandort.“

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