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Einzelhandel beklagt lange Wartezeiten für Ladesäulen

22.01.2024 14:00 Uhr | Lesezeit: 4 min
Vater und Tochter laden ein Elektroauto auf, daneben auf dem Boden eine Tasche mit Einkäufen
Der Ausbau von Ausbau von Ladeinfrastruktur geht langsam voran
© Foto: AzmanL/GettyImages

Dem Handelsverband zufolge müssen viele Unternehmen bis zu 18 Monate warten, bis neu angeschlossene E-Ladesäulen und Photovoltaikanlagen in Betrieb gehen können. Branchenverband und Verteilnetzbetreiber verweisen auf die rasante gestiegene Zahl an Genehmigungsanfragen.

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Der Einzelhandel in Deutschland beklagt lange Wartezeiten beim Anschluss von Ladesäulen und Photovoltaikanlagen und fordert eine schnellere Bearbeitung durch die Verteilnetzbetreiber. Von den Verzögerungen betroffen sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem die Handelsriesen Aldi Nord, Edeka, Lidl und Rewe, der Großhandelskonzern Metro und der Möbelhändler Ikea.

"Händlerinnen und Händler haben große Schwierigkeiten, E-Ladepunkte und Solaranlagen überhaupt an das Netz angeschlossen zu bekommen. Das kann nicht im Sinne der Energiewende sein", sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). 

Bis zu 18 Monaten Wartezeit

Unternehmen warten demnach bis zu 18 Monate, bis ein Anschluss steht. In vielen Bundesländern gibt es bei gewerblichen Neubauten eine gesetzliche Pflicht zum Ausbau von Ladeinfrastruktur und Photovoltaikanlagen.

Bei dem Discounter Aldi Nord sind nach eigenen Angaben neben 100 neuen Photovoltaikanlagen 1000 neue Ladesäulen auf den Parkplätzen geplant. Der bürokratische Aufwand für die Anmeldung sei groß, heißt es. Nachdem die Anlagen installiert sind, dauere es zu lang, bis sie auch genutzt werden können. Bis zu zwölf Monate sind es laut Aldi Nord. Bei Lidl, wo ebenfalls viele Filialen mit Photovoltaik und Ladesäulen ausgestattet werden, sind es einer Sprecherin zufolge bis zu acht Monate. Von Verzögerungen beim Ausbau berichtet auch Edeka. Diese seien jedoch auch auf gestiegenen Materialbedarf, fehlende Fachkräfte sowie auf gestörte Lieferketten zurückzuführen.

Vervierfachung der Zubauzahlen von 2021 bis 2023

Der Energiewirtschaftsverband (BDEW) sieht eine starke Zunahme der Anschlussbegehren. "Die Netzbetreiber schließen aktuell mit Hochdruck Wärmepumpen, Wallboxen und PV-Anlagen an ihr Netz an", sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung. "Viele Netzbetreiber fahren Sonderschichten, zum Teil samstags, um dem Ansturm Herr zu werden." Bei größeren PV-Anlagen kann es laut BDEW dazu kommen, dass das Netz ausgebaut oder ein neuer Transformator gebaut werden muss.

Gerade bei großen Wärmepumpen kann aufgrund der hohen Anzahl gleichzeitig anzuschließender Geräte demnach ein Ausbaubedarf bestehen. "Die Realisierung des Netzanschlusses kann aufgrund erforderlicher Baugenehmigungen und Engpässen bei Tiefbauunternehmen im Einzelfall Zeit in Anspruch nehmen, ist aber unvermeidbar", so Andreae. Der Verband rät vor allem Kunden mit hohen Anschlussleistungen, möglichst frühzeitig mit dem Netzbetreiber vor Ort das Vorhaben und die Einbindung in das Netz besprechen.

Die Bundesnetzagentur steht nach eigenen Angaben im Austausch mit den Netzbetreibern. Die Zubauzahlen haben sich der Behörde zufolge zwischen 2021 und 2023 vervierfacht. Bemerkenswert sei, dass die befragten Netzbetreiber es geschafft hätten, die Bearbeitungszeiten ungefähr konstant zu halten, sagte ein Sprecher. Das vom Bundeswirtschaftsministerium auf den Weg gebrachte Solarpaket werde weitere Erleichterungen bringen. "Wir sind optimistisch, dass die Bearbeitungsdauer kein dauerhaftes Problem bleiben wird."

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