ECR-Tag: Transportkilometer minus 25 Prozent

05.09.2008 15:10 Uhr
ECR
Jürg Peritz, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung des Schweizer Handelsriesens Coop (Foto: GS1)
© Foto: GS1

Am heutigen Freitag geht in Zürich der 9. ECR-Tag zu Ende. Top-Manager der deutschsprachigen Konsumgüterwirtschaft diskutierten neue Ideen zum Klima- und Umweltschutz

Zürich (Schweiz). Am heutigen Freitag geht in Zürich der 9. ECR-Tag zu Ende. Auf der zweitägigen Konferenz trafen sich rund 1200 Manager aus der deutschen, schweizerischen und österreichischen Konsumgüterwirtschaft zu ihrem alljährlichen Treffen. In diesem Jahr Stand das Thema Nachhaltigkeit ganz auf der Agenda der Referenten. Die Top-Manager aus Handel und Industrie bekräftigten ihre Absicht, nachhaltiges Wirtschaften im Unternehmensalltag stärker zu berücksichtigen. „Globaler Handel ist auch mit menschlichen Antlitz möglich“, sagte zum Beispiel Jürg Peritz, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung des Schweizer Handelsriesen Coop. Peritz rief die Besucher in Zürich auf, die eigenen Strategien bezüglich Nachhaltigkeit zu überprüfen. „Wer als Händler nur kurzfristig optimiert, gefährdet den Ast, auf dem er sitzt“, warnte Peritz. Er verwies darauf, dass in der Schweiz schon jeder dritte Konsument nachhaltiges Handeln von den Unternehmen erwarte und das Kaufverhalten mehr und mehr danach ausrichte. Zur Nachhaltigkeit zählt Peritz vor allem den Klimaschutz, den sparsamen Umgang mit Wasser, die Erhaltung der Artenvielfalt und Maßnahmen gegen die Überfischung der Meere. Vorstände anderer Handelskonzerne subsumierten unter den Begriff der Nachhaltigkeit noch weitere Themen wie fairer Handel mit Lieferanten der dritten Welt, Vermeidung von Kinderarbeit, aber auch demografische Entwicklungen. Coop-Vorstand Peritz erläuterte in Zürich eine Reihe von Maßnahmen, die sein Unternehmen derzeit im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie angeht. Peritz schätzt zum Beispiel, dass durch eine bessere Zusammenarbeit mit allen Beteiligten die Zahl der Transportkilometer in seinem Unternehmen um 25 Prozent gesenkt werden könne. Eine Arbeitsgruppe arbeite derzeit an diesem Thema. Auch deutsche Handels- und Industrievertreter regten an, über neue Formen der Zusammenarbeit nachzudenken. Jochen Rackebrand, Direktor Customer Supply Chain Development Europe bei Kraft Foods, rief dazu auf, zum Beispiel über gemeinsam bewirtschaftete Lagerhäuser und über gemeinsame LKW-Transporte nachzudenken, um die Logistikkette zu optimieren und den CO2-Ausstoß zu verringern. Der nächste ECR-Tag findet am 4. und 5. September 2009 in Dresden statt.

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