Elektro-Lkw sind in Deutschland über den gesamten Nutzungszeitraum inzwischen wirtschaftlicher als vergleichbare Diesel-Lkw. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von T&E für die wichtigsten europäischen Lkw-Märkte. Demnach sparen Unternehmen hierzulande innerhalb von fünf Jahren durchschnittlich 85.000 Euro bei den Gesamtbetriebskosten.
Hohe Dieselpreise vergrößern den wirtschaftlichen Vorteil
Bei anhaltend hohen Kraftstoffpreisen wächst der Abstand zwischen beiden Antriebsarten weiter. Laut T&E könnten die Kostenvorteile von Elektro-Lkw in Deutschland dadurch auf bis zu 106.000 Euro innerhalb von fünf Jahren steigen. Die höheren Anschaffungskosten sollen sich bereits nach rund zwei Jahren ausgleichen.
Konkurrenz aus China und den USA erhöht den Druck
Zunehmend drängen auch Hersteller aus China und den USA mit wettbewerbsfähigen Elektro-Lkw auf den europäischen Markt. Nach Angaben von T&E werden einige Modelle zu niedrigeren Anschaffungspreisen angeboten als vergleichbare europäische Fahrzeuge. Für deutsche Betreiber könnten sich daraus zusätzliche Einsparungen von rund 34.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren ergeben.
E-Lkw als Schutz vor Ölpreisschocks
„Der europäische Vergleich zeigt: Die Bedingungen für E-Lkw sind in Deutschland besonders gut. Schon nach zwei Jahren machen sich die Investitionskosten bezahlt und Speditionen können mit E-Lkw Geld sparen. Gleichzeitig sind E-Lkw der beste Schutz vor Schocks am Ölmarkt. Der Tankrabatt der Bundesregierung hingegen wird tausende Unternehmen kurzfristig in falscher Sicherheit wiegen und die Abhängigkeit der Transportbranche von teuer importiertem Diesel unnötig verlängern”, sagt Johanna Braun, Managerin für E-Mobilität im Bereich Lkw bei T&E Deutschland.
Anteil elektrisch angetriebener Lkw steigt in Deutschland
Die wachsenden Kostenvorteile spiegeln sich laut T&E zunehmend in den Verkaufszahlen wider. Im Jahr 2025 waren 3,2 Prozent der neu verkauften Lkw über fünf Tonnen in der EU vollelektrisch. In Deutschland lag der Anteil mit 7,2 Prozent deutlich höher und damit rund 60 Prozent über dem Vorjahreswert.
Von der Entwicklung profitieren derzeit vor allem deutsche Hersteller. Daimler Trucks erreicht laut T&E bei Elektro-Lkw einen Marktanteil von knapp 40 Prozent und liegt damit deutlich über seinem Anteil im Diesel-Segment (20 Prozent). Zusammen mit MAN kommen deutsche Marken auf mehr als die Hälfte der europäischen E-Lkw-Neuzulassungen.
T&E fordert verlässliche CO₂-Vorgaben für den Markt
„Deutsche Lkw-Hersteller profitieren gerade besonders stark vom E-Lkw-Hochlauf. Um diese Marktführerschaft zu sichern, muss die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für den Markt mindestens stabil halten und allen Marktteilnehmern Investitionssicherheit geben. China drängt bereits mit wettbewerbsfähigen E-Lkw auf den Markt. Wenn die europäischen Elektrifizierungsziele abgeschwächt werden, profitieren außereuropäische Lkw-Hersteller und sichern sich Marktanteile. Anstatt die europäischen Ziele immer weiter zu verschieben, sollten heimische Hersteller sich darauf fokussieren, ihren Vorsprung im eigenen Markt zu behaupten", sagt Johanna Braun.
Nach Ansicht von T&E sollten die europäischen CO₂-Flottengrenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge nicht abgeschwächt werden. Die Organisation verweist auf das bestehende Ziel einer CO₂-Reduktion von 43 Prozent bis 2030.