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Duisport-Chef: Containermengen sind rückläufig

Duisport-Chef Erich Staake rechnet mit einem höheren Aufkommen in den Mittelmeerhäfen
© Foto: VerkehrsRundschau/Michael Cordes

Duisport-Chef Erich Staake zeigt sich auf dem Branchenforum Schifffahrt Hafenlogistik skeptisch bezüglich der Aufkommensentwicklung im Hinterlandverkehr.


Datum:
14.06.2016
Autor:
Michael Cordes
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Duisburg. 40.000 Eingaben hat das Bundesverkehrsministerium zum Bundesverkehrswegeplan erhalten. Diese Zahl nannte Reinhard Klingen, Leiter der Abteilung Wasserstraßen und Seeschifffahrt im Bundesverkehrsministerium, auf dem 8. Branchenforum Schifffahrt Hafenlogistik, das der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL) im Rahmen des Logistikcluster NRW ausgerichtet hat.

Klingen zeigte sich nicht überrascht über diese hohe Zahl. „Das hätte auch schlimmer kommen können. Bei einzelnen, großen Infrastrukturprojekten gibt es schon mal 20.000, 30.000 Einwendungen“, sagte Klingen.

Kabinett will den Bundesverkehrswegeplan noch vor der Sommerpause verabschieden

Klingen glaubt nicht, dass die zahlreichen Rückmeldungen zu großen Veränderungen im Bundesverkehrswegeplan führen werden: „Wir erwarten nicht viele neue Gesichtspunkte, weil wir ja im intensiven Austausch mit den Bundesländern oder den Verbänden sind.“ Er wollte aber nicht ausschließen, dass es bei einzelnen Projekten neue Erkenntnisse gibt, die im Bundesverkehrswegeplan noch nicht berücksichtigt wurden. Zum weiteren Procedere sagte Klingen, dass noch vor der Sommerpause im Juli der Plan vom Kabinett verabschiedet werden soll.

"Vom Märchenbuch zum Tatsachenroman"

Doch nicht alles, was im Bundesverkehrswegeplan steht, wird auch tatsächlich gebaut. „In der Vergangenheit lag der Umsetzungsgrad bei den Bundesverkehrswegeplänen bei etwa 50 Prozent“, sagte Klingen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass jetzt mehr Projekte auch tatsächlich umgesetzt werden und damit der Bundesverkehrswegeplan „vom Märchenbuch zum Tatsachenroman wird“. Er begründete seine Einschätzung damit, dass man die Investitionskosten sehr viel genauer berechnet und geprüft habe als in der Vergangenheit.

Duisport-Chef Erich Staake wagte auf dem Branchenforum ein Blick in die Zukunft. Er zeigte sich skeptisch, was die weitere Entwicklung im Hafenhinterlandverkehr betrifft. Schon im letzten Jahr habe es weniger Containermengen in den Seehäfen zwischen Hamburg und Le Havre gegeben. Dieser Trend habe sich in diesem Jahr fortgesetzt.

Seehäfen im Mittelmeer gewinnen an Bedeutung

Staake machte dafür verschiedene Gründe verantwortlich: Zum einen das geringere Wachstum nicht nur in China, sondern weltweit. Als zweite Ursache nannte er den stagnierenden Containerisierungsgrad. Mittlerweile gäbe es kaum mehr Güter, die nicht in Containern transportiert werden. Als dritten Grund führte er die Konkurrenz anderer Seehäfen an. So geht er davon aus, dass die Seehäfen im Mittelmeer an Bedeutung gewinnen werden. Auch in der Ostsee würden sich nach Danzig und Gdingen andere Seehäfen wie Klaipeda zu einer Alternative als Umschlagpunkt für Großcontainerschiffe. „Das wird Folgen haben auf die Mengenentwicklung der Seehäfen in der Hamburg-Le Havre-Range und auf deren Hinterlandverkehre“, prognostizierte Staake.  

Staake: "Bei der Vernetzung gibt es noch Luft nach oben"

Deshalb habe Duisport auch frühzeitig mitgewirkt bei der Entwicklung eines europaweiten Intermodalnetzes für Duisburg. Er forderte die Akteure im Hinterland auf, stärker den Vernetzungsgedanken zu pflegen. „Hier gibt es noch Luft nach oben“, sagte Staake. (cd)

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