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Deutschland versinkt im Schnee

© Foto: dpad

Heftige Schneefälle führen in weiten Teilen Deutschlands und den Nachbarländern zum Verkehrschaos


Datum:
02.12.2010
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Berlin. Heftige Schneefälle haben am Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands zum Verkehrschaos geführt. Insbesondere der Bahnverkehr war am Morgen erheblich gestört. In Frankfurt/Main mussten Hunderte Reisende die Nacht am Hauptbahnhof verbringen. Auch auf Straßen und Autobahnen ging zeitweise nichts mehr. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt mussten wieder Dutzende Flüge gestrichen werden.

Schnee und Eis verursachten zahlreiche Unfälle. In Baden-Württemberg starb am Donnerstag ein 18 Jahre alter Autofahrer. In Niedersachsen kam der Führer eines Räumfahrzeuges ums Leben, als sein Fahrzeug auf einem Bahnübergang von einem Regionalzug erfasst wurde. In Bayern waren am Mittwochabend ein Lastwagenfahrer und eine Autofahrerin ums Leben gekommen. Auch in Belgien und Frankreich brachte der Winter Fahrpläne durcheinander, in Polen stieg die Zahl der Kältetoten.

In Thüringen lag auf den Gleisen so viel Schnee, dass in Erfurt, Eisenach, Gotha und Saalfeld mehrere Züge ihre Fahrt stoppen mussten. In einem ICE, der auf dem Weg nach München war, wurden die 165 Fahrgäste von Feuerwehrleuten und Rettungshelfern mit Wolldecken, Essen und Getränken im Zug versorgt. Am Donnerstagmorgen konnten alle gestoppten Züge die Fahrt fortsetzen.

Hunderte Bahnreisende in Frankfurt gestrandet

In der Nacht fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam bis zu zwanzig Zentimeter Schnee. Im Süden Brandenburgs türmten sich Verwehungen bis zu einem Meter hoch. Zahlreiche Straßen waren nicht mehr passierbar. Manche Schulbusse fuhren nicht. Auch der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg war beeinträchtigt. An den beiden Berliner Flughäfen fielen Flüge von und nach München, Frankfurt am Main, Paris, London und Kopenhagen aus. Auch auf Berlins Stadtautobahnen bildeten sich im morgendlichen Berufsverkehr lange Staus.

Hunderte Bahnreisende mussten die Nacht am Frankfurter Hauptbahnhof verbringen. Sie wollten nach Angaben eines Bahnsprechers ursprünglich nach Ostdeutschland reisen, ihre ICE-Züge endeten aber vorzeitig. Da wegen einer Messe kaum Hotelzimmer frei waren, schliefen die Passagiere in den stehengebliebenen ICE-Zügen. Am Morgen konnten sie ihre Reise fortsetzen.

Zahlreiche, teils schwere Unfälle

Auch in Bayern führten Schnee und Eis zu Ausfällen von Flügen - und in einigen Landesteilen zu einem schulfreien Tag. Im Landkreis Nürnberger Land blieb ein Lastwagen auf den Gleisen stecken. Ein Regionalzug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, der LKW-Fahrer starb. Bei Aschaffenburg kam eine 30-jährige Frau ums Leben, weil ihr Wagen sich überschlug. Querstehende Lastwagen blockierten Autobahnen. Schneeverwehungen beeinträchtigen den Zugverkehr. Auch für Donnerstag kündigte ein Sprecher des Münchner Flughafens Ausfälle und Verspätungen an.

Heftiges Schneetreiben störte den Berufsverkehr im Norden am Morgen massiv. Straßen wurden gesperrt, Autos blieben stecken und Lastwagen stellten sich auf den Autobahnen quer. In Teilen Schleswig-Holsteins fiel die Schule aus. Auch der Zugverkehr wurde teilweise lahmgelegt, selbst Busse konnten wegen des Schnees nicht als Ersatz fahren. An der Ostseeküste herrschte zudem Sturmflutwarnung.

Wintereinbruch in ganz Europa

Polen meldet bereits 18 Kältetote: Allein am Mittwoch seien zehn Menschen erfroren, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Warschau mit. Am Vortag wurden acht Kältetote gefunden. In der Nacht zum Mittwoch fielen im Osten des Landes die Temperaturen auf minus 26 Grad.

Das Winterwetter brachte den Bahnverkehr zwischen England und dem französischen Festland durcheinander. Zwischen einem Drittel und der Hälfte der Eurostar-Züge zwischen London und Paris beziehungsweise Brüssel fielen nach französischen Rundfunkangaben aus. An den Pariser Großflughäfen Orly und Charles de Gaulle wurden zwischen 10 und 25 Prozent aller Flüge gestrichen. Tausende Pendler kamen auf vereisten Straßen nur langsam voran.

Heftige Schneefälle führten zu 500 Kilometern Stau auf den Autobahnen und Hauptstraßen Belgiens. Nach Angaben des Touring-Automobilclubs waren vor allem im Großraum Brüssel viele wichtige Straßen nicht vollständig geräumt, andere überhaupt nicht. (dpa) 

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