"Es ist an der Zeit, mit Klischees aufzuräumen," forderte Hermann Grewer in seinem Vortrag zum Abschluß des 39. Verkehrsgerichtstages (VGT) in Goslar. Der Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) wandte sich dagegen, das Transportgewerbe als Hauptverursacher von Staus und Unfällen verantwortlich zu machen. Ursache für das stetige Anwachsen des Güterverkehrs sei der Wohlstandszuwachs. Denn er schaffe Mobilitätsnachfrage. Die Wirtschaft sei es, die entscheide, welche Verkehrsträger genutzt würden, nicht die Transporteure: "Die Transportunternehmen folgen nur der Nachfrage der Wirtschaft." Da die Straßeninfrastruktur unzureichend sei, begrüßte Grewer ein Antistau-Proramm. "Das ist überfällig, um Unfallschwerpunkte zu beseitigen." Staus seien mitverantwortlich für den Stress der Fahrer und damit der Verkehrssicherheit abträglich. Grewer räumte ein, dass es "Handlungsbedarf des Gewerbes" in puncto Sicherheit gebe. "Nur ein sicheres Transportunternehmen ist auch wirtschaftlich erfolgreich." Schwarzen Schafen im Gewerbe müsse der Freiraum genommen werden. "Wir werden nicht nachlassen, die Verkehrssicherheit anzuheben", so der BGL-Präsident zum Abschluß der Goslarer Veranstaltung. 1500 Verkehrsrechtler und -wissenschaftler hatten zwei Tage lang in acht Arbeitskreisen die aktuellen Fragen des Straßenverkehrs diskutiert. In der Vergangenheit hat die Politik vielfach die Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages gesetzlich umgesetzt. (vr/mp)
Deutscher Verkehrsgerichtstag: Grewer hält Abschlussvortrag
Wohlstandszuwachs Ursache des Verkehrswachstums