Verantwortlich für den Gewinneinbruch sind Rückstellungen in Höhe von 850 Millionen Euro. Diese zehren den Konzerngewinn fast vollständig auf. Waren es im Vorjahreszeitraum noch gut eine Milliarde Euro, sind es im ersten Halbjahr noch 155 Millionen Euro, so Postchef Klaus Zumwinkel. Die EU-Kommission verlangt von der Post die Rückzahlung von angeblich zu Unrecht erhaltenen staatlichen Beihilfen in Höhe von 570 Millionen Euro plus Zinsen. Dafür hat das Unternehmen Rückstellungen gebildet. Der Umsatz stieg dagegen um 15 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Als Grund nennt die Post die Übernahme der Mehrheit am Expressdienstleister DHL, der in diesem Jahr erstmalig voll konsolidiert wird. Neben der Zahlung an die EU droht dem Konzern noch eine von der Regulierungsbehörde für Telekommunikaiton und Post verordnete Preissenkung. Darauf reagiert der Postchef mit einem ganzen Maßnahmenpaket. Filialen sollen geschlossen und Briefkästen abgehängt werden. Für nicht preisregulierte Segmente werden Preiserhöhungen geprüft und kostenfreie Leistungen könnten künftig kostenpflichtig werden. Insgesamt will das Unternehmen jetzt die Nicht-Briefbereiche gegenüber den Briefbereich stärken. Eine wichtige Rolle spiele dabei das Expressgeschäft. Im Ausland dagegen denkt die Post, wie jüngst in den Niederlanden über ein Joint Venture geschehen, über den Ausbau des Briefgeschäfts nach. Weitere Übernahmen seien nicht ausgeschlossen. Trotz der Maßnahmen ist der Ausblick auf das Gesamtjahr enttäuschend. Wegen der schwachen Konjunktur werde das operative Ergebnis um 10 Prozent bis 15 Prozent unter dem Vorjahreswert von 2,5 Milliarden Euro liegen.
Deutsche Post will lieber im Ausland Briefe verteilen
Die Deutsche Post musste im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch hinnehmen. Daraufhin senkte das Unternehmen seine Jahresprognose und kündigt ein Sparprogramm an.