Berlin. Trotz schlechter Ertragszahlen für das erste Quartal will die Deutsche Bahn zum Jahreswechsel fit für die Börse sein. Das versicherte Vorstandschef Hartmut Mehdorn bei der Vorlage der Bilanz 2003. In diesem Jahr wolle das Unternehmen "erstmals aus eigener Kraft" ein positives Ergebnis erreichen. Damit sei "der wichtige Schritt zur Kapitalmarktfähigkeit vollzogen", betonte der Bahnchef. Im vergangenen Jahr verringerte die Bahn im betrieblichen Ergebnis ihr Minus nach Zinsen von 454 auf 172 Millionen Euro. Der Umsatz stieg, hauptsächlich durch den Erwerb des Stinnes-Konzern, um 51,1 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro. Ohne Stinnes sei es ein Wachstum von 2,0 Prozent, sagte Mehdorn. Der Güterverkehr legte 2003 nur um rund ein Prozent zu; "geprägt durch die zunehmende Erholung des dominierenden Straßengüterverkehrs", wie Mehdorn formulierte. Gemessen daran sei die Bilanz bei Railion mit einer Steigerung der Verkehrsleistung um 2,1 Prozent auf 74 Milliarden Tonnenkilometer positiv. Der FDP-Verkehrspolitiker Horst Friedrich kritisierte, der "angebliche Turn-Around" der Bahn sei "das Ergebnis bilanzkosmetischer Maßnahmen und findet nur auf dem Papier statt". Tatsächlich wäre die Bahn ohne rund zehn Milliarden Euro staatlicher Zuschüsse pro Jahr pleite. "Bahnchef Mehdorn präsentiert eine traurige Bilanz", sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer. Vor einem baldigen Börsengang der Bahn warnte auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Weder die Konzernergebnisse noch die politischen Rahmenbedingungen sprächen dafür. (jök.)
Deutsche Bahn fuhr auch in 2003 Verluste ein
Bahnchef Mehdorn hält an Börsenplänen für Ende 2005 fest