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Der Automobillogistik gehen die Fahrer aus

Qualifizierte Fahrer sind gefragt - AML fordert entsprechende Löhne
© Foto: imago/Gerhard Leber

Laut AML müssen Transportpreise und Gehälter angepasst werden - sonst droht ein noch massiverer Engpass


Datum:
06.06.2011
6 Kommentare

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Bonn. Der Fahrermangel belastet zunehmend die Transportbranche. Die Mitglieder des Vereins Automobillogistik im DSLV (AML) haben auf ihrer Jahrestagung von enormen Problemen bei der Suche nach Fahrpersonal berichtet. Den Angaben des Vereins zufolge ist es für seine Mitglieder äußerst schwierig, neue und speziell für die Automobillogistik qualifizierte Fahrer zu finden. Konrad Lehner, Vorsitzender des AML, sagte, vor diesem Hintergrund sei es ein ernstes Problem, die Forderung der Industrie nach einer Ausweitung der Kapazitäten zu erfüllen.

Der AML verweist in seiner Mitteilung auf die Altersstruktur im Fahrerbereich. Knapp 36 Prozent der Fahrer seien älter als 50 Jahre, und nur zwei Prozent jünger als 25 Jahre. Der Verein prognostiziert einen jährlichen Bedarf von etwa dreißig- bis fünfzigtausend Fahrern. „Fahrer zu sein ist heute ein extrem anstrengender Beruf, der auch entsprechende Qualifikationen erfordert," so Lehner. „Gerne würden unsere Unternehmen ihren Leuten die entsprechenden Löhne zahlen. Dies lässt die Ertragssituation in vielen Fällen aber nicht zu."

Nach einer internen Umfrage des AML fürchtet der Verein, dass Fahrpersonal zu anderen Branchen abwandert und es zu einer weiteren Kapazitätsreduzierung kommt. Der Verband berichtet, einige Hersteller würden kurzfristig LKW anmieten. Das stelle aber keine Lösung dar, weil diese zwangsläufig teurer seien als Regelverkehre. Der AML fordert daher eine Anpassung der Transportpreise. „Wir können keine LKW auf die Straße schicken, ohne kostendeckende Umsätze zu erzielen. Dabei ist es selbstverständlich, dass Preise und Löhne deutlich steigen müssen, sonst werden keine neuen LKW auf den Markt kommen, sondern im Gegenteil durch den Ausfall von gutem Fahrpersonal weitere Kapazitäten weg brechen," so Lehner. (nck) 

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KOMMENTARE


spedi 01

06.06.2011 - 21:08 Uhr

man könnte schon langsam mitleid bekommen... aber nicht wirklich. insbesondere die automoboligister haben doch ihre fahrer jahrelang unter aller sau behandelt.keine vernünftige schlafkabine, keine 10 cm über dem kopf in der kajüte noch ein auto gestellt., schlappe kisten mit 210 ps., und ihr wagt es jetzt euch zu beschwerren??? so ist marktwirtschaft, schlechtes arbeitsangebot, dafür bekommt ihr jetzt die quittung. bevor ich mich in diese enge kiste setze, fahre ich lieber einen tgx oder actros und muss nicht bei wind und wetter an jeder hauptstrasse ein auto entladen. ihr habt die strafe bekommen die euch zu steht, dafür das ihr eure fahrer seit strassers zeiten ( siebziger jahre) wie den letzten dreck behandelt. aber das kennen diese weichgespülten automobillogister nicht mehr, die damals noch in den windel lagen.das alles ist nur die konsequenz.also, an die neuen herren und damem logister 3 pl und 2 pl und wie ihr alle heisst, behandelt eure driver gut dann habt ihr auch erfolgt.


Deutscher_Michel

07.06.2011 - 11:32 Uhr

Dieser Prozess geht viel zu langsam. Wenn es keine Fahrer mehr gibt, dann müssen unsere Vordenker eben ran. Immerhin haben die die schikanösen und menschenunwürdigen Begleitumstände geschaffen.Und vor allen Dingen geht es immer gegen die Deutschen Fahrer in den Deutschen Unternehmen. Woher kommt es, dass man lieber einem Polizisten aus den Weg geht. Wenn der nämlich einen beschuldigt, wird sich der Richter dem anschliessen und der Fahrer ist der Zahlmeister. Da braucht sich die Gewerkschaft der Polizei nicht beklagen, dass das Ansehen der Poliziebeamten in der Öffentlichkeit quasi nicht mehr vorhanden ist.Ich habe aus dieser Situation heraus meine LKW abgestossen und die Fahrer auch.Warum können nicht alle Unternehmen mal zufällig in der selben (gleichen) Woche Urlaub mit allen Fahrern machen.?Die Wirkung wäre heilsam..


R.Fischer

07.06.2011 - 11:48 Uhr

Gehaltsanpassungen im Transportgewerbe sind schon längst überfällig. Leider sind Erhöhungen momentan unter dem internationalem Druck kaum vorstellbar. Wenn aber der Fahrermangel richtig bei allen Speditionen ankommt, ja dann könnte Bewegung in den Markt geraten. Mit viel Glück wird aber auch diese Traumblase durch die Öffnung des Arbeitsmarktes platzen. Am Ende sollte man vielleicht auch hier einen gesetzlichen Mindestlohn einführen, der das Imageproblem des Berufskraftfahrers trotzdem nicht lösen kann.


deAltonaer

07.06.2011 - 17:47 Uhr

Seit vielen Jahren fordern mitdenkende Fahrer eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Die HERREN Unternehmer, haben diese Fahrer behandeltals ob sie nicht ganz dicht sind. Es gab ja so viele Institutionen dieFahrpersonal zur Verfügung stellten, da gab es das Arbeitsamt, das jedenArbeitslosen, der bedingt brauchbar wahr zum Berufsfahrer ausbildete.Dieses kostete Millionen und hat wenig gebracht. Die Fahrer von der Bundeswehr wurden schon vor den Kasernentore aufgefangen und die Unter-nehmer wahren Glücklich.Aber dann kam das ach so böse Europa und machte mit zwei Gesetzen derArbeitgeber Glückseligkeit ein Ende. 1. Das Fahrerlaubnisrecht mit demauf einmal die Führerscheinklassen geändert wurden und das Gesetz zurGrundqualifikation und Weiterbildung, das für jeden gewerblich fahrendenFahrer einen Behördlichen anerkannten Nachweis über Wissen und Fähigkei-ten erbringen muß. Dieses aber im gesammten Europa.Die alten Kämpfer für Verbesserungen sehen heute mit Freuden, wie sichUnternehmer die ihre Fahrer gezwungen haben gegen die LuR-Verordnungzu Verstoßen und diese dann mit Dumpinglöhnen abgespeist haben, sich heute abstrampeln müssen um Fahrer zu finden.


Wilfried Engel

07.06.2011 - 17:53 Uhr

Eins ist mir nicht ganz klar: wenn die Fahrer so knapp sind,wer fährt denn da die LKW, die von den Herstellern kurzfristig angemietet werden....?


G Rochau

08.06.2011 - 04:50 Uhr

„Fahrer zu sein ist heute ein extrem anstrengender Beruf, der auch entsprechende Qualifikationen erfordert," so Lehner.War ´s früher auch sgH Lehner. Nur ist man heute im Zeiten des digitalen Tachographen nur noch am Minutenaddieren und Pausenabsitzen anstatt an einem vernünftigen Ort Pause zu machen und ansonsten seiner Arbeit nachzugehen. Vor einigen Jahren blieb auch noch Geld in der Kasse.Dummerweise muss man sich auch um den Faktor Arbeit kümmern - nicht nur ums Kapital. Ce la vie


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