Daimlers Angriff im russischen Markt

19.11.2009 13:07 Uhr
ddp
Die Perspektiven im Nutzfahrzeugmarkt sind derzeit düster
© Foto: ddp

Stuttgarter Nutzfahrzeughersteller setzt angesichts der Absatzkrise auf Russland: Kooperation zwischen Fuso und Kamaz

Stuttgart. Daimler geht in Russland weiter in die Offensive. Um den schwächelnden Absatz anzukurbeln, werde die japanische LKW-Tochter der Stuttgarter, Mitsubishi Fuso, mit dem russischen Nutzfahrzeughersteller Kamaz ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, teilte der Chef der Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation, Albert Kirchmann, heute in Stuttgart mit. An der Gesellschaft „Fuso Kamaz Trucks Rus“ werden Daimler und Kamaz je 50 Prozent der Anteile halten. Die Stuttgarter besitzen 85 Prozent an dem japanischen LKW-Hersteller, die weiteren 15 Prozent werden von verschiedenen Unternehmen der Mitsubishi Group gehalten. Daimler war vor rund einem Jahr bei dem russischen LKW-Bauer mit zehn Prozent eingestiegen und schließt einen Ausbau seiner Anteile nicht aus. Vor wenigen Wochen hatte der Nutzfahrzeughersteller mitgeteilt, dass ein entsprechender Antrag beim russischen Kartellamt vorbereitet werde. Für den Kamaz-Einstieg hatte Daimler rund 190 Millionen Euro bezahlt. Ursprünglich wollten die Stuttgarter bis zu 42 Prozent an dem Unternehmen übernehmen. Grund für die geringere Beteiligung waren Einbußen von Daimler wegen der weltweiten Krise. Kirchmann sagte, der Umbau des schwächelnden japanischen Nutzfahrzeugherstellers gehe voran. Der Absatz werden im Gesamtjahr aber etwa um die Hälfte unter dem Wert von 2008 (rund 198.000 Busse und LKW) liegen. Ende September beliefen sich die Verkäufe auf etwa 71.200 Fahrzeuge. „Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Märkte 2010 signifikant verbessern“, sagte der Fuso-Chef. „2010 wird aber nicht noch so eine Katastrophe werden wie 2009.“ Er rechne im nächsten Jahr mit einem Absatz von etwas mehr als 100.000 Fahrzeugen. „Wir müssen uns auf eine längere Durststrecke einstellen.“ Daimler-Truck-Chef Andreas Renschler hatte im Mai harte Einschnitte für Fuso angekündigt. Von den 2300 Jobs, die bis Ende 2010 gestrichen werden sollen, seien bereits rund 1000 auf eine Zahl von 14.400 abgebaut worden, erklärte Kirchmann. Ferner stehen zwei Werke in Thailand und Japan vor der Schließung. 260 Millionen Euro sind für den Umbau vorgesehen. Von 2011 an sollen mit dem Maßnahmenpaket jährlich 760 Millionen Euro eingespart werden. Nach der Sanierung will sich Fuso nicht nur in Russland, sondern auch in den Schwellenländer China und Indien stärker engagieren. (dpa)

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