Daimler Truck: Auftragseingang stark, Ergebnis deutlich schwächer

06.05.2026 10:18 Uhr | Lesezeit: 3 min
Drei Flaggen mit dem Mercedes Stern vor wolkigem Himmel
Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller startet mit deutlichen Rückgängen bei Gewinn, Umsatz und Absatz ins Jahr, meldet jedoch steigende Auftragseingänge
© Foto: nmann77-stock.adobe.com

Daimler Truck startet schwach ins Jahr: Gewinn, Umsatz und Absatz gehen deutlich zurück. Gleichzeitig meldet der Nutzfahrzeughersteller eine spürbare Erholung bei den Auftragseingängen – vor allem in den USA.

Die Daimler Truck Holding AG ist mit einer deutlich verbesserten Auftragslage in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Gleichzeitig zeigen die Finanzkennzahlen für das erste Quartal, dass Umsatz und Ergebnis noch stark vom schwachen Marktumfeld des Vorjahres geprägt sind.

Auf Konzernebene stieg der Auftragseingang im ersten Quartal um 50 Prozent auf 114.043 Einheiten. Im Vergleichszeitraum 2025 hatte Daimler Truck 76.222 Bestellungen verbucht. Treiber der Entwicklung war vor allem Nordamerika: Trucks North America steigerte den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 86 Prozent. Mercedes‑Benz Trucks verzeichnete ein Plus von 33 Prozent, Daimler Buses hingegen ein Minus von 25 Prozent.

Karin Rådström, Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck, sieht darin eine Basis für die kommenden Quartale: „Wir sind gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf trotz eines herausfordernden ersten Quartals weitere Verbesserungen zu erzielen. Der globale Auftragseingang ist gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent gestiegen, getragen von einer deutlichen Erholung in den USA.“

Umsatz und EBIT deutlich unter Vorjahr

Trotz der Auftragsdynamik sank der Umsatz des Industriegeschäfts (IB) im ersten Quartal 2026 auf 9,1 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte Daimler Truck noch 10,6 Milliarden Euro umgesetzt. Der Absatz ging um 9 Prozent auf 68.849 Einheiten zurück.
Das bereinigte Konzern‑EBIT halbierte sich (-54 Prozent) und fiel von 1.079 Millionen Euro auf 498 Millionen Euro. Die bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft sank entsprechend von 9,6 auf 5,0 Prozent. Das Ergebnis je Aktie (EPS) verringerte sich um ganze 80 Prozent von 0,94 Euro auf 0,18 Euro.
Auch der Free Cash Flow (IB) fiel negativ aus und lag bei minus 445 Millionen Euro. Daimler Truck führt dies unter anderem auf das niedrigere operative Ergebnis sowie auf einen zusätzlichen Lageraufbau infolge des gestiegenen Auftragseingangs zurück.

Trucks North America belastet Konzernentwicklung

Hauptbelastungsfaktor für die Ergebnisentwicklung war das Segment Trucks North America. Der Absatz sank dort im ersten Quartal auf 29.432 Einheiten, nach 38.992 Fahrzeugen im Vorjahr. Der Umsatz ging um 29 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zurück.

Finanzvorständin Eva Scherer verweist auf zusätzliche externe Belastungen: „Während Trucks North America im vergangenen Jahr in einem historisch schwachen Nachfrageumfeld agierte, sieht sich das Segment weiterhin einem Gegenwind durch Zölle ausgesetzt, deren volle Effekte im 1. Quartal erstmals zum Tragen kamen.“

Absatz von Lkw und Bussen

Im Segment Mercedes‑Benz Trucks entwickelte sich das Geschäft vergleichsweise stabil. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, der Absatz legte um 13 Prozent auf 34.486 Einheiten zu. Die bereinigte Umsatzrendite lag mit 5,1 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert.

Daimler Buses verzeichnete einen Absatzrückgangs von 20 Prozent, einen Auftragseingang von -25 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Umsatz-Minus von 7 Prozent. Das Segment profitierte nach Unternehmensangaben von einer soliden operativen Performance, auch wenn das Marktumfeld in Lateinamerika und Mexiko schwach blieb.

Sparprogramm soll Wettbewerbsfähigkeit stärken

Der Gewinn des unter Druck stehenden Nutzfahrzeugstellers war im vergangenen Jahr um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen, so die dpa; US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch Umsatz und Absatz waren zurückgegangen.

Um die Kostenstruktur zu verbessern, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ gestartet. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro reduziert werden. In Deutschland sollen in diesem Zusammenhang rund 5000 Stellen wegfallen, wie die dpa schreibt; Besonders betroffen sei die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Einsparungen seien zudem auch im Nordamerika-Geschäft vorgesehen.


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