Kopenhagen/Rostock. 350 dänische Mitarbeiter der Ostseereederei Scandlines fürchten die baldige Verlagerung ihrer Arbeitsplätze nach Deutschland. Der zuständige Sprecher der Gewerkschaft 3F, Søren Sørensen, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Kopenhagen, mit der nach dem Jahreswechsel geplanten Indienststellung zwei neuer Fährschiffe zwischen Rostock und dem dänischen Gedser zeichne sich diese Entwicklung ab.
Die bisher hier verkehrenden Schiffe "Kronprinz Frederik" und "Prinz Joachim" sind nach den Gewerkschaftsangaben im internationalen dänischen Schiffsregister angemeldet. Sørensen warf der Scandlines-Geschäftsleitung vor, die auf den Schiffen arbeitenden dänischen Beschäftigten völlig im Unklaren darüber zu lassen, ob die neuen Fähren in Deutschland registriert werden sollen. Er sagte: "Unsere Mitglieder versuchen dringend, eine Antwort zu finden und bekommen sie einfach nicht."
Sørensen sagte, für dänische Scandlines-Mitarbeiter wäre eine Beschäftigung auf Fähren unter deutscher Flagge sehr unwahrscheinlich. Nur Beschäftigte aus Deutschland könnten von steuerlichen Vergünstigen profitieren. Scandlines als gemeinsame deutsch-dänische Ostsee-Fährreederei mit gut 2000 Beschäftigten lässt die beiden für Rostock-Gedser geplanten Fähren "Berlin" und "Copenhagen" derzeit für insgesamt 230 Millionen Euro auf den P+S-Werften in Stralsund bauen. Im Rostocker Hafen wird ein neuer Anleger gebaut. (dpa)