CargoLifter baut künftig nur noch Ballons

17.05.2002 16:51 Uhr

Den Angestellten des Luftschiffbauers drohen Entlassungen

Der finanziell angeschlagene Luftschiffbauer CargoLifter hat die Fertigstellung seines Vorzeigeprojekts auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Pläne für das gigantische Luftschiff CL 160, das eines Tages Lasten bis zu 160 Tonnen transportieren soll, bleiben vorerst in der Schublade. Mit der Ankündigung, das Flaggschiff des Unternehmens vorerst nicht zu bauen, zog CargoLifter die Notbremse. Nach eigenem Bekunden reicht dem Unternehmen das Geld nur noch wenige Tage. Vorstandschef Carl von Gablenz ließ offen, ob die Mai-Gehälter gezahlt werden können. Auf dem Spiel stehen insgesamt 500 Arbeitsplätze, die meisten davon in Brand im Land Brandenburg, wo CargoLifter seine Werkshalle hat. Wegen der ungewissen Entwicklung hatten es Bund und Land in den vergangenen Tagen abgelehnt, CargoLifter schnell Finanzhilfen zu geben. Auch aus der Privatwirtschaft und am Kapitalmarkt kam kaum Geld zusammen. Zur Entwicklung des CL 160, der nach den letzten Plänen im Frühjahr 2005 erstmals abheben sollte, fehlen dem Unternehmen nach eigenen Angaben noch 420 Millionen Euro. "Wir können das Luftschiff so nicht bauen", gab Gablenz zu: "Also müssen wir unsere Strategie ändern." Mit der Beschränkung auf den Bau des Transport-Ballons CL 75 und andere kleinere Aktivitäten würden bis Ende August kommenden Jahres nur noch 70 Millionen Euro gebraucht.

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