Buch am Erlbach. Der Verein Camion Pro hat die schlechte Behandlung von Transportunternehmern und Lkw-Fahrern durch große Lebensmittel- und Einzelhandelsketten angeprangert, die nach Erfahrung von Mitgliedern an der Tagesordnung sei. Camion Pro spricht im Zusammenhang mit den "katastrophalen Verhältnissen in den Zentral- und Filiallagern" von einer "deutlichen Tendenz zum frühkapitalistischen Umgang mit Beschäftigten und Erfüllungsgehilfen". So würden Fragen von Lkw-Fahrern oftmals mit einer bewussten Verzögerung der Entladung quittiert. Namentlich nennt Camion Pro den Discounter LIDL, wo Fahrer unter den Verhältnissen besonders litten, da geltende Unfallverhütungs- und Sozialvorschriften verletzt würden und für wartende Lkw-Fahrer keine Warte- und Sozialräume zur Verfügung stünden. Camion Pro will mit der Veröffentlichung der Erfahrungen von Lkw-Fahrern eine Kampagne der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unterstützen, die jüngst ein "Schwarzbuch" über die Verhältnisse bei LIDL veröffentlichte. Darin kritisiert die Gewerkschaft die Arbeitsbedingungen der rund 30.000 Beschäftigten des Handelskonzerns. Camion Pro appelliert an die Handelsketten, menschenwürdige Arbeitsbedingungen für LKW-Fahrer herzustellen und fordert bei Wartezeiten von über 30 Minuten die Einrichtung von Fahrerräumen, ausreichend Parklätze. Außerdem dürften Lkw-Fahrer nicht zur Entladung herangezogen werden. (diwi)
Camion Pro kritisiert Umgang von Handelsketten mit Lkw-Fahrern
Verein prangert "Tendenz zum frühkapitalistischen Umgang" an und fordert menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer.