Die Stimmung in der deutschen Logistikbranche hat sich im zweiten Quartal 2026 spürbar verschlechtert. Das zeigt der aktuelle Logistikindikator, den das ifo-Institut im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) erhebt. Vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate haben deutlich nachgegeben.
Während sich die Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal nur leicht verschlechterte, zeigt sich bei den Zukunftserwartungen ein deutlich negativerer Trend. Konkret:
- Die Geschäftslage sank von 83,7 auf 82,3 Punkte
- Die Geschäftserwartungen fielen von 87,6 auf 80,3 Punkte
- Das Geschäftsklima gab insgesamt von 85,6 auf 81,3 Punkte nach
Damit verliert die Stabilisierung, die sich zum Jahresauftakt noch angedeutet hatte, wieder deutlich an Kraft.
Ein differenzierter Blick auf die Teilsegmente zeigt Unterschiede zwischen Verladern und Logistikdienstleistern. Während die Geschäftslage bei Verladern im Vergleich zum Vorquartal sogar leicht zulegen konnte, ging sie bei den Dienstleistern deutlich zurück.
Bei den Erwartungen und beim Geschäftsklima fällt die Einschätzung beider Gruppen dagegen ähnlich verhalten aus. Das deutet darauf hin, dass vor allem die Dienstleister die operativen Risiken entlang der Lieferketten derzeit stärker abfedern müssen.
Die Negativentwicklung setzte laut BVL bereits in den Monaten März und April ein. Im Mai stabilisierten sich die Werte wieder leicht, was zumindest auf eine vorläufige Beruhigung hindeutet.
Die Entwicklung verläuft damit weitgehend parallel zum allgemeinen ifo-Geschäftsklimaindex, der in den vergangenen Monaten ebenfalls in allen Kategorien nachgegeben hatte.
Der Logistikindikator wird vom ifo-Institut auf Basis von monatlichen Konjunkturumfragen ermittelt. In die Berechnung fließen mehr als 4.000 Rückmeldungen ein – sowohl von Anbietern von Logistikleistungen als auch von Industrie- und Handelsunternehmen als Nachfragern.
Damit gilt der Index als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Logistikbranche in Deutschland.