Bundesregierung setzt Verlängerung des Postmonopols durch

29.06.2001 20:00 Uhr

FDP-Politiker Rainer Funke wirft der Bundesregierung einseitige Politik bei der Verlängerung des Briefmonopols der Post vor

Der Bundestag hat das Briefmonopol der Deutschen Post AG mit den Stimmen der Koalition und der PDS bis zum Jahr 2007 verlängert. Wirtschafts-Staatssekretär Siegmar Mosdorf begründete diesen Schritt mit der stockenden Privatisierung in Europa. Es könne nicht sein, dass sich ausländische Unternehmen aus dem deutschen Monopol-Markt die Rosinen heraus pickten, sagte der SPD-Politiker. Ursprünglich sollte die Exklusivlizenz der Post für Briefe bis 200 Gramm und Massendrucksachen bis 50 Gramm Ende 2002 auslaufen. Die Bündnis-Grüne Abgeordnete Michaele Hustedt räumte ein, dass sie der Monopolverlängerung skeptisch gegenüber stehe. Sie verwies auf einen Entschließungsantrag von SPD und Bündnis-Grünen, wonach es Spielraum für eine Portosenkung gebe. Der CDU/CSU-Postexperte Elmar Müller sprach von einem Vertrauensbruch der Koalition gegenüber dem Mittelstand, der in Erwartung des gesetzlich festgelegten Monopols investiert habe. 30 000 Arbeitsplätze gerieten in Gefahr. Der FDP-Politiker Rainer Funke warf der Regierung vor, sie lasse sich einseitig von Gewerkschaftsinteressen leiten. Das Postgesetz wird dem Bundesrat noch für eine Anhörung vorgelegt. Empört reagierte der Bundesverband Kurier-Express-Postdienste (BdKEP) auf die Entscheidung des Parlaments. "Die SPD ist für das Großkapital und vernichtet den Mittelstand", sagte der BdKEP-Vorsitzende Rudolf Pfeiffer gegenüber der Verkehrs-Rundschau. (vr/jök)

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