Bundesregierung bevorzugt deutsche Lösung für Hapag-Lloyd

22.09.2008 11:23 Uhr
Hapag Lloyd 290
Der Bieterwettstreit um Hapag-Lloyd geht weiter (Foto: ddp)
© Foto: ddp

Bundesregierung würde es begrüßen, wenn beim bevorstehenden Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd der Zuschlag an einen deutschen Erwerber ginge

Hannover/Hamburg. Die Bundesregierung würde es begrüßen, wenn beim bevorstehenden Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd der Zuschlag an einen deutschen Erwerber ginge. Das sagte die Maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl (CSU), am Montag der Deutschen Presse- Agentur Dpa in Hamburg. Die Regierung habe ein großes Interesse daran, den Schifffahrtsstandort Deutschland zu stärken. „Wir sind stolz auf diese altehrwürdige Reederei“, sagte Wöhrl. Hapag-Lloyd schaffe mit ihrer Flotte von 143 Schiffen - davon 35 unter deutscher Flagge - wichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze. Auf der anderen Seite handele es sich um eine unternehmerische Entscheidung des TUI-Konzerns als Verkäufer, wem er den Zuschlag gebe. „In Deutschland sind selbstverständlich auch ausländische Investoren willkommen“, erklärte Wöhrl. Sie habe mit Ron Widdows, dem Chef der Reederei NOL aus Singapur, ein langes Gespräch geführt und dabei die Interessen Deutschlands deutlich gemacht. Dabei sei es auch um Standortfragen gegangen. Um die Reederei bemühen sich neben NOL auch eine Gruppe Hamburger Investoren. Deren Sprecher, der Spediteur Klaus-Michael Kühne, hatte am Wochenende ein Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugunsten des Standorts Hamburg gefordert. Wöhrl sagte, an der Position der Bundesregierung habe sich nichts geändert. Sie begrüße das Engagement privater Hamburger Investoren und des Hamburger Senats, plane aber selbst keine Beteiligung an Hapag-Lloyd. Auch das Außenwirtschaftsgesetz, das unter bestimmten Bedingungen Investitionen ausländischer Investoren in deutsche Unternehmen erschwert, könne nicht angewendet werden. Der TUI-Konzern will sich auf Druck aus dem Aktionärskreis von der Containerreederei trennen. Ende der Woche endet die Bieterfrist. Nach Medienberichten soll gegenwärtig NOL die besseren Karten haben. Kühne hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ jedoch betont, auch die Hamburger Investoren könnten einen hohen strategischen Preis zahlen. NOL-Chef Widdows hatte in der „Welt am Sonntag“ versucht, Bedenken gegen einen Einstieg seines Unternehmens zu zerstreuen, ohne jedoch Standortgarantien abzugeben. (dpa/pi)

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