Das Bundesverkehrsministerium darf dem Konsortium um die Deutsche Telekom für das milliardenschwere Lkw-Maut-System in Deutschland vorerst keinen Zuschlag erteilen. Das Bundeskartellamt wies am Mittwoch einen Ministeriumsantrag zurück, den Zuschlag für Systemaufbau und -betrieb vor Abschluss des Nachprüfungsverfahrens zu gestatten. Vor Auftragsvergabe sollten die Einwände des Konkurrenz- Konsortiums um Vodafone geprüft werden. Falls jetzt ein Zuschlag erfolge, würden möglicherweise unwiderrufbare Fakten geschaffen, hieß es. Das Nachprüfungsverfahren dauere nur wenige Wochen. Im Vergleich dazu werde am Maut-Projekt seit mehr als zweieinhalb Jahren gearbeitet. Das Bundesverkehrsministerium will der Bietergemeinschaft ETC den Zuschlag erteilen, dem neben der Deutschen Telekom der Autokonzern DaimlerChrysler und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute angehören. Allein die Telekom erwartet von dem Projekt einen jährlichen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe. Die andere große Bietergemeinschaft Ages, die sich aus der britischen Mobilfunkgruppe Vodafone, den Öl-Konzerne Aral und EuroShell sowie mittelständischen Unternehmen zusammensetzt, hatte das Vergabeverfahren bereits vor Wochen kritisiert. Ein Ages -Sprecher begrüßte am Mittwoch, dass das Vergabeverfahren auf mögliche Mängel jetzt genau geprüft werde. Von einem Teilerfolg der Ages -Gruppe oder einer relevanten Verschiebung des Projekts könne, keine Rede sein, meinte ein Sprecher der Telekom und versprach: "Ein Jahr nach dem endgültigen Zuschlag stellen wir das System betriebsbereit zur Verfügung." (vr/dpa)
Bundeskartellamt: Kein schneller Maut-Zuschlag an Telekom & Co
Einwände des Ages-Konsortiums sollen geprüft werden