Biodiesel könnte nach Ansicht der Branche eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs spielen. Darauf wollen der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), der Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe (MVaK) und die European Waste-based & Advanced Biofuels Association (EWABA) während der IAA Transportation 2026 aufmerksam machen.
Im Mittelpunkt stehen Biodiesel-Blends wie B10, B20 und B30 sowie der Reinkraftstoff B100, die nach Ansicht der Verbände kurzfristig zur CO₂-Reduktion im Verkehrssektor beitragen können.
Alternative für bestehende Fahrzeugflotten
Während die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs voranschreitet, werden Verbrennungsmotoren noch über Jahre hinweg einen bedeutenden Anteil der Nutzfahrzeugflotten ausmachen. Für diese Fahrzeuge sehen die Verbände Biodiesel als sofort verfügbare Option zur Verringerung der Treibhausgasemissionen.
Nach Angaben der Organisationen kann der Kraftstoff in zahlreichen freigegebenen Fahrzeugen ohne grundlegende technische Umrüstung eingesetzt werden.
Versorgungssicherheit rückt in den Fokus
Neben dem Klimaschutz verweisen die Verbände auf die Bedeutung für die Energieversorgung. Biodiesel werde in weiten Teilen Europas produziert und könne dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffimporten zu reduzieren.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen und steigender Energiepreise gewinnt das Thema Versorgungssicherheit im Transportsektor zunehmend an Bedeutung.
Höhere Beimischungen im Gespräch
Auf der IAA Transportation informieren die Verbände über die Einsatzmöglichkeiten höherer Biodieselanteile im Dieselkraftstoff. Ziel ist es, die Akzeptanz entsprechender Kraftstoffkonzepte bei Speditionen, Flottenbetreibern und Fahrzeugherstellern zu erhöhen.
Neben den technischen Voraussetzungen werden dabei auch aktuelle Fahrzeugfreigaben und praktische Anwendungsbeispiele vorgestellt.