Biodiesel soll Dekarbonisierung im Güterverkehr beschleunigen

08.09.2026 15:12 Uhr | Lesezeit: 3 min
Mehr Biodiesel statt HVO in der Beimischung 2025
Biodiesel bleibt Thema auf der IAA Transportation (Symbolbild)
© Foto: Thomas Aumann/ AdobeStock

Auf der IAA Transportation 2026 werben Branchenverbände für einen stärkeren Einsatz von Biodiesel. Höhere Beimischungen und Reinkraftstoffe sollen Emissionen senken und die Versorgungssicherheit stärken.

Biodiesel könnte nach Ansicht der Branche eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs spielen. Darauf wollen der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), der Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe (MVaK) und die European Waste-based & Advanced Biofuels Association (EWABA) während der IAA Transportation 2026 aufmerksam machen.

Im Mittelpunkt stehen Biodiesel-Blends wie B10, B20 und B30 sowie der Reinkraftstoff B100, die nach Ansicht der Verbände kurzfristig zur CO₂-Reduktion im Verkehrssektor beitragen können.

Alternative für bestehende Fahrzeugflotten

Während die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs voranschreitet, werden Verbrennungsmotoren noch über Jahre hinweg einen bedeutenden Anteil der Nutzfahrzeugflotten ausmachen. Für diese Fahrzeuge sehen die Verbände Biodiesel als sofort verfügbare Option zur Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Nach Angaben der Organisationen kann der Kraftstoff in zahlreichen freigegebenen Fahrzeugen ohne grundlegende technische Umrüstung eingesetzt werden.

Versorgungssicherheit rückt in den Fokus

Neben dem Klimaschutz verweisen die Verbände auf die Bedeutung für die Energieversorgung. Biodiesel werde in weiten Teilen Europas produziert und könne dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffimporten zu reduzieren.

Vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen und steigender Energiepreise gewinnt das Thema Versorgungssicherheit im Transportsektor zunehmend an Bedeutung.

Höhere Beimischungen im Gespräch

Auf der IAA Transportation informieren die Verbände über die Einsatzmöglichkeiten höherer Biodieselanteile im Dieselkraftstoff. Ziel ist es, die Akzeptanz entsprechender Kraftstoffkonzepte bei Speditionen, Flottenbetreibern und Fahrzeugherstellern zu erhöhen.

Neben den technischen Voraussetzungen werden dabei auch aktuelle Fahrzeugfreigaben und praktische Anwendungsbeispiele vorgestellt.


Branche sieht wirtschaftliche Vorteile

Aus Sicht der Verbände VDB, MVaK und EWABA kann ein stärkerer Einsatz von Biodiesel nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Höhere Beimischungen aus heimischer Produktion könnten helfen, Preissteigerungen bei fossilem Diesel abzufedern und die Kostenbelastung im Transportgewerbe zu begrenzen.

Zugleich sehen die Organisationen Biodiesel als Ergänzung zu anderen Antriebs- und Kraftstofflösungen auf dem Weg zu klimafreundlicheren Transporten.



Deutschland zählt zu den wichtigsten Produzenten

Deutschland gehört zu den führenden Biodieselproduzenten Europas. Biodiesel ist bereits heute der mengenmäßig bedeutendste Biokraftstoff in Deutschland und der Europäischen Union.

Vor diesem Hintergrund werben die Verbände dafür, die bestehenden Produktionskapazitäten stärker für die Emissionsminderung im Straßenverkehr zu nutzen.


IAA als Plattform für die Diskussion

Unter dem Motto „Biodiesel: Higher Blends, Lower Costs“ wollen VDB, MVaK und EWABA auf der IAA Transportation (Freigelände unter dem Holzdach, Q69) die Rolle erneuerbarer Kraftstoffe im Güterverkehr diskutieren.

Die Verbände sehen Biodiesel dabei als eine kurzfristig verfügbare Lösung, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit im Straßengüterverkehr miteinander zu verbinden.



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