Binnenhäfen an Oberelbe erwarten schwieriges Jahr

12.02.2009 14:16 Uhr
ddp
Der Hafen Riesa erhält 20 Millionen Euro aus EU-Töpfen für regionale Entwicklung (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Transport wertvoller Güter soll mehr Umsatz bringen

Dresden. Die Binnenhäfen an der Oberelbe wollen sich als Umschlagzentren für wertvolle Güter profilieren. „Wir orientieren uns nicht mehr nur an der Tonnage, sondern am Wert der Lieferungen“, sagte Geschäftsführer Detlef Bütow am Donnerstag in Dresden. Auch solle das „Dreigestirn“ Wasser, Schiene und LKW enger verzahnt werden, um damit das zu erwartende schwierige Jahr zu überstehen. Die Wirtschaftskrise sei anhand sinkender Nachfrage nach Transportleistungen spürbar. Zum Hafenverbund Oberelbe gehören Dresden, Riesa, Torgau und Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) sowie Decin und Lovosice in Tschechien. Mehr Umsatz versprechen sich die Häfen durch den Transport wertvoller Güter wie Transformatoren, Rotorblätter, Brückenteile oder großen Maschinenteile. „Mit Weizen, Schrott oder Düngemitteln ist das nicht zu erreichen“, sagte Bütow. Allein der Hafen Dresden habe bereits 400 Anmeldungen für die Beförderung von Rotorblättern auf dem Wasserweg. Im Vorjahr wurden in den sechs Häfen 2,7 Millionen Tonnen Güter per Schiff, Schiene und LKW umgeschlagen worden – rund 1,7 Prozent mehr als 2007. „Der ursprünglich geplante Zuwachs konnte nicht erreicht werden, da Einbußen durch Niedrigwasser verkraftet werden mussten“, sagte Bütow. 2008 gab es zwischen Juni und Oktober wiederholt Ausfälle auf dem etwa 290 Kilometer langen Elbe-Abschnitt von Tschechien bis nach Sachsen-Anhalt. Sachsen setze auf den kostengünstigen und umweltfreundlichen Verkehrsträger Binnenschiff, sagte Verkehrsminister Thomas Jurk (SPD) laut einer Mitteilung. Ein Hafeninvestitionsprogramm von mehr als 30 Millionen Euro sei aufgelegt worden. 24 Millionen Euro stammten aus EU-Töpfen für regionale Entwicklung (EFRE). Laut Bütow geht mit 20 Millionen Euro der Großteil an den Hafen Riesa. Dort werde mit dem Reifenhersteller Pneumant/Goodyear ein Logistikkonzept erarbeitet, um den bislang fast ausschließlichen Transport der Reifen von der Straße auf Schiene oder Wasser zu verlagern. (dpa)

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