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Benelux-Länder betonen Vorteil des digitalen Frachtbriefs

Smartphone statt Zettelwirtschaft
© Foto: Mareike Haus/VerkehrsRundschau

Die Benelux-Verkehrsminister werben in der Corona-Krise für den E-CMR. Dieser ermögliche eine kontaktlose und rasche Kontrolle.


Datum:
07.04.2020
Autor:
Katharina Spirkl
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Brüssel. Die Verkehrsminister der Benelux-Länder Belgien, Niederlande und Luxemburg haben im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Pandemie Lkw-Fahrer und Transportunternehmen dazu aufgerufen, wann immer möglich den elektronische Frachtbrief (E-CMR) zu benutzen. Der E-CMR ermögliche gegenüber den herkömmlichen Fahrzeugpapieren eine kontaktlose und raschere Kontrolle, teilten die Minister laut Informationen der Benelux-Union mit.

E-CMR ermöglicht kontaktlose Prüfung

„Die Nutzung des E-CMR ermöglicht es, den zurzeit nötigen Abstand zu anderen Menschen zu wahren und Kontrollen sicherer und schneller zu gestalten“, lässt sich dabei Belgiens Verkehrsminister François Bellot zitieren. Alle Akteure im Straßengüterverkehr sollten spätestens jetzt die Möglichkeit nutzen, E-CMR bei ihren Fahrten zu verwenden, appellierte Bellot an die Branche. Der E-CMR könne dazu beitragen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

„Der E-CMR ist ein wichtiges Werkzeug, um die Abfertigung von Waren in der gesamten Lieferkette vom Absender bis zum Empfänger zu beschleunigen – man sollte ihn immer wenn möglich benutzen“, teilte auch Luxemburgs Verkehrsminister François Bausch mit.

Die Benelux-Staaten testen den E-CMR seit März 2018 in einer dreijährigen Pilotphase. Auch grenzüberschreitende Fahrten zwischen den einzelnen Staaten innerhalb des Benelux-Raumes sind mit dem E-CMR möglich. Pro Jahr würden rund 70 Millionen E-CMR für den Benelux-Raum ausgestellt, gibt die Benelux-Union an.

Problem: Verschiedene Länder verwenden unterschiedliche Systeme

Gegenüber belgischen Medien kündigte Bellot allerdings auch an, dass Belgien das internationale E-CMR-Protokoll bis Ende des Pilotprojekts im Februar 2021 mit Sicherheit nicht ratifizieren werde. „Es gibt zurzeit noch zu viele Probleme mit den unterschiedlichen Systemen, die die verschiedenen Länder für den E-CMR verwenden“, so Bellot. Wie diese Systeme harmonisiert werden könnten, um Betrug zu verhindern und die im E-CMR gelieferten Daten untereinander als gleichwertig anzuerkennen, sei noch nicht geklärt. Deshalb wolle Belgien zunächst das Ende des Pilotprojekts abwarten, bevor es das E-CMR-Protokoll wahrscheinlich ratifizieren werde. Die Partner Niederlande und Luxemburg hingegen haben das Protokoll bereits ratifiziert, genauso wie 23 andere, meist europäische Länder.

Die Bundesregierung will laut früheren Ankündigungen das E-CMR-Protokoll noch in der laufenden Legislaturperiode ratifizieren. Die EU-Kommission hatte im Dezember 2019 angekündigt, das E-CMR-Protokoll bis 2026 in allen EU-Mitgliedstaaten einführen zu wollen (kw)

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