Brüssel. Im Zuge der Neustrukturierung der belgischen Bahn verdichten sich die Anzeichen, dass die Gütertransportsparte SNCB-Logistics in keins der neu zu gründenden Unternehmen übernommen werden könnte. Eine vollständige Pleite und damit Auflösung des stark verlustreich arbeitenden Unternehmens sei eins von drei möglichen Szenarien, die zurzeit im Raum stünden. Das berichtet die belgische Wirtschaftszeitung L’Echo mit Verweis auf interne Quellen bei der SNCB. Als Alternativen zum möglichen Aus würden noch der Verkauf von SNCB-Logistics oder die Öffnung des Kapitals an private Investoren in Betracht gezogen.
Die Spekulationen sind zeitgleich mit neuen Plänen zur Neustrukturierung der ehemaligen belgischen Staatsbahn aufgekommen. Diese sehen die Auflösung der derzeitigen Holding-Struktur und eine strikte Trennung zwischen dem Bahnbetrieb (SNCB) und dem Infrastrukturbetreiber (Infrabel) vor. Die Beschäftigten sollen von einem eigenständigen Unternehmen (HR-Rail) angestellt werden, an dem SNCB und Infrabel jeweils 49 Prozent Anteile halten. Die restlichen zwei Prozent würden an den Staat fallen, verbunden mit 60 Prozent der Stimmrechte. Die Neuerungen sollen nach derzeitigen Plänen im Juli 2013 in Kraft treten. (kw)