Bei AEG droht Konflikt wegen Logistiksparte

19.01.2006 11:41 Uhr

Bei AEG bahnt sich neben dem am Freitag beginnenden Streik im Stammwerk Nürnberg ein weiterer Konflikt an: Auch bei dem Tochterunternehmen Logistics GmbH droht ein Arbeitskampf.

Nürnberg. Ein Ultimatum der IG Metall, mit dem die Rückkehr der inzwischen eigenständigen AEG-Tochter in die Tarifbindung der Metall- und Elektroindustrie erzwungen werden sollte, sei ohne Ergebnis abgelaufen, berichtete die Gewerkschaft am Donnerstag. "Der Electrolux-Konzern bekommt den Großkonflikt, den er gewollt hat", sagte der stellvertretende Nürnberger IG Metall-Chef Jürgen Wechsler. Im Sommer 2005 hatte AEG die Logistik-Sparte und vier weitere, nicht der Produktion zuzuordnende Unternehmensbereiche wie Vertrieb und Kundendienst in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert. Damit erlosch die Mitgliedschaft der Töchter im Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie. Für die Logistik will das Unternehmen nach Darstellung der Gewerkschaft nun den Tarifvertrag für den Groß- und Einzelhandel anwenden. Dies würde den knapp 200 Mitarbeitern Einkommenseinbußen von bis zu 45 Prozent bescheren. "Wir wollen das Unternehmen wieder in den Tarifbereich der Metall- und Elektroindustrie bekommen und werden notfalls per Urabstimmung die Weichen in Richtung Streik stellen", sagte Wechsler. Am kommenden Montag werde die Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten.

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