St. Petersburg. Die auch in Osteuropa dramatisch gestiegenen Treibstoffpreise haben den "Benzintourismus" und den Schmuggel über die Grenzen der russische Exklave Kaliningrad nach Litauen und Polen bedeutend ansteigen lassen. Auf der litauischen Seite des Grenzübergangs Sowjetsk-Panemune würden Autofahrer zum Teil bis zu zwölf Stunden auf die Einreise nach Kaliningrad warten, so das dortige Lokalfernsehen. Noch vor wenigen Wochen dauerte die Wartezeit an der Grenze maximal eine Stunde. Nach litauischen und lettischen Presseberichten stammt etwa ein Drittel des im Inland verbrauchten Benzins aus Russland oder Weißrussland. Der polnische Zoll kündigte an, die Verwendung der Freimengen (200 beziehungsweise. 600 Liter) in den Tanks von LKW und Bussen schärfer zu kontrollieren, da sich viele Fahrer mit der Preisdifferenz von etwa 50 Cent pro Liter ein erkleckliches Zubrot verdienten. Bei über die Grenze pendelnden Fahrzeugen würden nun die Veränderungen von Tankinhalt und Kilometerstand abgeglichen. Für die "verschwundene" Menge Kraftstoff müssen die Fahrer Zollgebühren und Mehrwertsteuer nachzahlen. (ld)
Balten stürmen russische Tankstellen
Der „Benzintourismus“ gewinnt auch in Osteuropa an Bedeutung