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Bahnindustrie warnt vor Scheitern von „Stuttgart 21“

Die Deutsche Bahn investiert weniger als angekündigt
© Foto: Arndt

Trotz eines Rekordumsatzes im ersten Halbjahr äußert sich der Verband der Bahnindustrie nur vorsichtig optimistisch zur Wirtschaftslage


Datum:
27.10.2010
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Berlin. Trotz eines Rekordumsatzes im ersten Halbjahr äußert sich der Verband der Bahnindustrie (VDB) nur vorsichtig optimistisch zur Wirtschaftslage. Die Unternehmen erwirtschafteten zwar mit 5,5 Milliarden Euro rund 12,2 Prozent mehr, während im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 19,5 Prozent verbucht worden war, teilte der Verband mit. Doch stiegen die neuen Aufträge mit gut zwei Prozent nur leicht gegenüber dem ersten Halbjahr 2009, betonte Präsident Klaus Baur. Die Hersteller hätten noch von den Aufträgen aus der Zeit vor der Finanzmarktkrise profitiert. „Die schwache Auftragslage lässt deshalb noch nicht erkennen, ob damit nach der Krise auch die Trendwende geschafft ist".

Vor allem auf dem deutschen Markt fehle es an Dynamik, sagte der VDB-Präsident. Die Zahl der Beschäftigten in der Bahnindustrie blieb mit 45.600 stabil. Nach seinen Worten hat das Fahrzeuggeschäft insgesamt zugelegt, während die Nachfrage nach Gleisen, Weichen und Oberleitungen schwach ist. Im ersten Halbjahr seien die Bestellungen hier um 14 Prozent zurückgegangen. Die angekündigten Investitionen der Deutschen Bahn lägen zehn Prozent unter Plan. Dadurch werde das deutsche Schienennetz immer älter und die Effizienz sinke, kritisierte Baur.

VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner warnte in diesem Zusammenhang vor einem Scheitern des Großprojekts „Stuttgart 21" und der damit verbundenen Neubaustrecke nach Ulm. „Eine Absage würde nicht nur künftige Großprojekte in Deutschland gefährden. Auch unser weltweiter Ruf als verlässlicher Industriepartner könnte leiden". (jök)

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