Frankfurt/Main - Als zu niedrig haben Bahngewerkschaften am Mittwoch die Maut für Lastwagen auf deutschen Autobahnen kritisiert. Eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sei nur mit höheren Straßenbenutzungsgebühren durchzusetzen, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Manfred Schell, in Frankfurt am Main. Auch die Gewerkschaft der Bahnangestellten (GDBA) forderte höhere Gebühren und eine Ausweitung des auf das gesamte Straßennetz. «Auch auf den Schienen sind überall Gebühren zu bezahlen», argumentierte der stellvertretende GDBA-Bundesvorsitzende, Franz König. Die GDL warnte bei einem Autobahnbenutzungsentgelt vor möglichen Ausweichmanövern auf andere Straßen und regte ein ständiges Nachtfahrtverbot an. Die Schlechterstellung der Bahn müsse beendet werden, sagte GDL-Chef Schell. Obschon als umfreundlich eingestuft, zahle die Bahn jedes Jahr «800 Millionen Mark Ökosteuer und als einziges Schienenverkehrsunternehmen in Europa mit 400 Millionen Mark den vollen Mineralölsteuersatz». GDL und GDBA forderten außerdem, dass die Gebühren im Laufe der Jahre erhöht werden können. Nur so seien Wettbewerbsnachteile der Schienenweg auszugleichen und von den Lastwagen verursachte Umweltschäden zu bezahlen. Nach Ansicht der GDBA sollten die Erlöse überwiegend in die Infrastruktur fließen. Lastwagen von zwölf Tonnen an aufwärts sollen von 2003 an auf allen deutschen Autobahnen eine von der Fahrstrecke abhängige Maut- Gebühr zahlen. Sie wird im Durchschnitt zwischen 27 und 37 Pfennig (14 bis 19 Euro-Cent) pro Kilometer liegen. Das Kabinett beschloss einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Einführung der Maut am Mittwoch in Berlin. (dpa)