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Bahn und GDL informieren über Details bei Tariflösung

26.03.2024 09:07 Uhr | Lesezeit: 2 min
Claus Weselsky, GDL-Chef, beim Auftakt der Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL
Nach monatelangen Streiks haben sich GDL und Deutsche Bahn geeinigt
© Foto: picture alliance/dpa/Fabian Sommer

Der Tarifstreit bei der Bahn ist vorbei. Zwischen dem Konzern und der Lokführergewerkschaft GDL gibt es einen Abschluss. Ob die Bahn am Ende vollständig bei den Arbeitszeitforderungen eingelenkt ist, wird am Dienstag, 26. März, bekannt werden. Mit der EVG wird es allerdings keine Nachverhandlungen geben.

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+++ Update am 26. März, 12:49 Uhr +++

Der FDP-Politiker erklärte am Dienstag mit Blick auf die Tarifeinigung, beide Parteien hätten bewiesen, dass es möglich sei, auch in angespannten Zeiten gemeinsam zu einer Lösung zu kommen - auch wenn die Differenzen zunächst unüberbrückbar schienen. Zugleich sagte er: "Klar ist aber auch, dass die Art und Weise, wie hier vorgegangen wurde, keine Schule machen darf. Die Tarifautonomie ist ein hohes Gut, mit dem alle sehr verantwortungsvoll umgehen müssen. Nach den vergangenen Monaten ist es kein Wunder, dass die Frage laut wurde, ob das Streikrecht womöglich an die Gegebenheiten unserer Zeit angepasst werden muss." Wissing sagte zur Einigung im Tarifkonflikt: "Das ist eine wirklich frohe Botschaft für alle Bahnreisenden, die dazu noch zur rechten Zeit kommt. Alle Menschen, die über Ostern zu Freunden und Verwandten reisen wollen, können endlich unbeschwert planen." Zudem sei die Einigung auch eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die ohnehin angespannten Lieferketten würden durch Streiks nicht länger belastet.

+++ Update am 26. März, 11:38 Uhr +++

Nach der Tarifeinigung mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird es laut Bahn-Personalvorstand Martin Seiler keine Nachverhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) geben, die mit der GDL um Mitglieder konkurriert. "Wir haben mit der EVG bestehende Tarifverträge, die laufen bis Ende März nächsten Jahres", sagte Seiler am Dienstag, 26. März, in Berlin. "Wir haben keine Nachverhandlungsklausel vereinbart, und insofern sehen wir uns mit der EVG in rund einem Jahr am Verhandlungstisch."

Bahn und EVG hatten bereits im vergangenen Sommer einen Tarifabschluss erzielt, der unter anderem eine Entgelterhöhung von 410 Euro pro Monat vorsah bei einer Laufzeit von 25 Monaten. Für einzelne Berufsgruppen wurden darüber hinaus strukturelle Erhöhungen in den Tariftabellen vereinbart, die nach dieser Vertragslaufzeit angewendet werden. 

Die am Dienstag beschlossene Tarifeinigung mit der kleineren GDL unterscheidet sich davon insofern, als sie auch ein Arbeitszeit-Wahlmodell für Schichtarbeiter vorsieht. Diese können demnach bis 2029 stufenweise ihre Arbeitszeit von derzeit 38 auf bis zu 35 Wochenstunden reduzieren bei gleichbleibenden Löhnen und Gehältern. Sie können aber auch bei der bestehenden Arbeitszeit bleiben oder auf bis zu 40 Stunden erhöhen. Pro nicht verringerter beziehungsweise erhöhter Arbeitsstunde erhalten sie dann 2,7 Prozent mehr Geld. Die Entgelte werden zudem in zwei Schritten um 420 Euro pro Monat erhöht. 

Der EVG-Tarifvertrag läuft bis Ende März des kommenden Jahres. Dann stehen wieder Verhandlungen über höhere Entgelte an. 2021 hatte es nach einem Tarifabschluss bei der GDL Nachverhandlungen zwischen Bahn und EVG gegeben. Dabei kam schließlich ein Abschluss in gleicher Höhe heraus wie bei der Konkurrenzgewerkschaft.

Erstmeldung zum Tarifkompromiss

Für Fahrgäste der Deutschen Bahn kehrt ein Stück weit Verlässlichkeit auf die Schiene zurück. Der Konzern und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben ihren monatelangen Tarifstreit mit mehreren Arbeitskämpfen beigelegt, wie beide Seiten am Montagabend, 25. März, mitteilten. Weitere Streiks sind damit nicht mehr möglich. Wie genau der Tarifkompromiss aussieht, wollen Bahn und GDL am Dienstag in separaten Pressekonferenzen verkünden. Offen bleibt bis dann vor allem die Frage, ob sich die GDL mit ihrer Kernforderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei gleichbleibendem Lohn vollständig durchsetzen konnte oder nicht. 

Lange Verhandlungen

Insgesamt sechs Mal führten Arbeitskämpfe der GDL im nun beendeten Tarifkonflikt zu erheblichen Einschränkungen für Bahnkunden. Zuletzt hatte Gewerkschaftschef Claus Weselsky Streiks deutlich kurzfristiger angekündigt als zuvor. Eine Annäherung zwischen beiden Seiten war lange nicht absehbar. Hoffnung gab es bereits im Februar, als beide Seiten über Wochen hinter verschlossenen Türen und mithilfe externer Moderatoren miteinander verhandelten. Doch die Gespräche scheiterten schließlich Anfang März. Es folgten aufs Neue Streiks. 

Vor etwas mehr als einer Woche verkündeten Bahn und GDL dann überraschend gemeinsam, dass sie wieder miteinander verhandelten. Und sie äußerten sich zuversichtlich, dass es dieses Mal eine Lösung geben könnte.  Strittig war neben der Frage der Arbeitszeitreduzierung auch die Laufzeit eines künftigen Tarifvertrags. Daneben forderte die GDL ursprünglich 555 Euro mehr pro Monat sowie eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro.

Der Kompromissvorschlag der Vermittler vom Februar sah eine schrittweise Anhebung der Löhne und Gehälter um 410 Euro vor. 200 Euro mehr sollte es zum 1. August dieses Jahres geben, 210 weitere Euro zum 1. April 2025. Die Laufzeit des Vertrags hätte 30 Monate betragen. Doch darauf ließ sich die GDL nicht ein. 

Begonnen hatte der Tarifkonflikt Anfang November. Bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde erklärte Weselsky die Gespräche für gescheitert und leitete im Dezember eine Urabstimmung über unbefristete Streiks ein. 

Für Bahnkunden gibt es nun zumindest bis zum nächsten Frühjahr Entwarnung. Weitere Tarifrunden bei der Bahn stehen in diesem Jahr nicht mehr an. Der Tarifvertrag mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) läuft bis Ende März 2025. Erst dann sind wieder Arbeitskämpfe möglich. 

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