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Bahn: GDL-Urabstimmung zu Streiks „befremdlich und völlig irrational“

Ein Mann hält ein Schild mit der Aufschrift "Dieser Betrieb wird bestreikt" sowie dem GDL-Logo. (Archivbild vom 12. August 2021)
Die Gewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung aufgefordert. Damit wolle man längere und häufigere Arbeitskämpfe ermöglichen, erklärte die GDL (Symbolbild)
© Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Vergleichsweise früh lässt die Gewerkschaft GDL ihre Mitglieder über unbefristete Streiks abstimmen. Die Deutsche Bahn reagiert mit Kopfschütteln. Weitere Warnstreiks schließt die Gewerkschaft nicht aus.


Datum:
20.11.2023
Autor:
Marie Christin Wiens / dpa
Lesezeit:
2 min
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Die Deutsche Bahn hat die Urabstimmung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) über längere Streiks als „befremdlich und völlig irrational“ kritisiert. Die Verhandlungen seien noch nicht einmal gescheitert, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag, den 18. November laut Mitteilung.

„Die Lokführergewerkschaft sucht nur den Konflikt, zur Kooperation ist sie nicht in der Lage.“ Die Bahn habe in der ersten Verhandlungsrunde ein Angebot über eine elfprozentige Lohnerhöhung vorgelegt. „Die GDL streikt den zweiten Verhandlungstermin weg und leitet jetzt die Urabstimmung ohne weitere Verhandlung ein, obwohl bereits verabredet. Wer soll das noch verstehen?“

Weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen

Die GDL hatte kurz nach dem ersten Warnstreik im aktuellen Tarifstreit ihre Mitglieder am Abend des 17. November zur Urabstimmung über unbefristete Streiks bei der Bahn und anderen Verkehrsunternehmen aufgerufen. Mit Blick auf die Verhandlungen warf GDL-Chef Claus Weselsky den Arbeitgebern eine Hinhaltetaktik vor.

Für längere und häufigere Arbeitskampfmaßnahmen müssen sich laut GDL 75 Prozent der Mitglieder dafür aussprechen. Wann das Ergebnis vorliegt, ist unklar. Weitere Warnstreiks schließt die GDL bis dahin nicht aus.

Urabstimmung: Unbefristete Streiks benötigen weniger strengen Vorgaben

Von Mittwoch- bis Donnerstagabend vergangener Woche (15. und 16. November) standen bereits weite Teile des Fern-, Regional- und Güterverkehrs still. Weselsky hatte immer wieder betont, schon früh in der Auseinandersetzung auf eine Urabstimmung setzen zu wollen.

Damit will er eigenen Aussagen zufolge vor allem vermeiden, dass die Bahn vor das Arbeitsgericht zieht. Für Warnstreiks ist keine Urabstimmung nötig. Dafür bestehen engere Vorgaben, was Dauer und Häufigkeit angeht. Sollten zwei Drittel der Gewerkschaftsmitglieder bei der Urabstimmung zustimmen, hätte Weselsky für längere und häufigere Arbeitskämpfe freie Hand.

Nächste Verhandlungsrunde wie geplant?

Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag und Freitag in dieser Woche (23. und 24. November) angesetzt. Die Bahn hatte bereits angekündigt, den Termin einhalten zu wollen, solange die GDL an den jeweiligen Tagen nicht erneut zum Arbeitskampf aufruft. Dies bekräftigte ein Bahnsprecher nach der angekündigten Urabstimmung.

Forderungen: Knackpunkt Arbeitszeit

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie. Knackpunkt der Verhandlungen ist die Forderung nach einer Absenkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Wochenstunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohn. Aus Weselskys Sicht kann nur so die Attraktivität dieser Berufe verbessert werden.

Am Samstag, den 18. November argumentierte der Gewerkschaftschef, die Arbeitszeit würde bei einem Abschluss zudem „maßvoll und in Schritten“ abgesenkt.

Die Bahn lehnt diese Forderung als unerfüllbar ab. Ihr Angebot einer elfprozentigen Entgelterhöhung gilt für eine Laufzeit von 32 Monaten. Sie bietet auch eine Inflationsprämie an.

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