Berlin. Wie aus einer Studie hervorgehe, sei ein integrierter Börsengang kein geeigneter Weg für mehr Verkehr und mehr Wettbewerb auf der Schiene, teilten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Montag mit. Die Bahn will indes als Gesamtkonzern an den Kapitalmarkt und lehnt eine «Zerschlagung» ab. Die von Experten aus Unternehmensberatungen und Banken erstellte Studie im Auftrag der Verbände empfiehlt dagegen, das Netz aus dem Konzern herauszulösen und in eine eigene Gesellschaft in Staatsbesitz zu überführen. Die Transporttöchter des Nah-, Fern- und Güterverkehrs sollten dann selbstständig privatisiert werden. Die Gewerkschaft Transnet lehnt eine Trennung von Netz und Betrieb dagegen wie der Bahnvorstand ab und hat Warnstreiks gegen mögliche Pläne nach einer vorgezogenen Bundestagswahl angedroht. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will an einem integrierten Konzern festhalten. Unter den Verkehrspolitikern des Bundestags gibt es dagegen Stimmen für eine Heraustrennung des Netzes aus dem Konzern. Noch im Sommer wird ein weiteres Gutachten im Auftrag der Bundesregierung erwartet.
Bahn-Börsengang: Wirtschaftsverbände betonen Bedenken
In der Diskussion um einen Börsengang der Bahn haben die Wirtschaftsverbände DIHK und BDI ihre Bedenken gegen eine Teilprivatisierung mitsamt des Gleisnetzes bekräftigt.