München. Die geringe Nachfrage nach neuen Autos macht auch den Häfen in Deutschland zu schaffen. In Bremerhaven als größtem Umschlagplatz für Neuwagen seien derzeit 90.000 Autos gelagert, sagte der Vorstandschef des Hafen- und Logistikunternehmens BLG Logistics und Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Detthold Aden, am Mittwochabend im Club Wirtschaftspresse München. Damit stoße der Hafen an die Grenze seiner Kapazität, die bei nur rund 80.000 Autos liege. „Wir mieten jede freie Fläche und stellen Autos hinein.“ Normalerweise seien rund 60.000 Wagen für den Im- oder Export dort geparkt. Die Lagerung sei schwierig, da die Neuwagen nicht zu weit zwischen Hafen und Parkplatz hin- und hergefahren werden dürften. In den vergangenen Jahren seien deshalb Millionensummen in Parkregale investiert worden. Im vergangenen Jahr wurden in Bremerhaven zwei Millionen Autos umgeschlagen. Auch in diesem Jahr hofft Aden darauf, diese Größenordnung zu erreichen. Über die Weihnachtszeit wird sich die Lage am Hafen nach Ansicht von Aden etwas entspannen. „Dann fließen wieder Wagen ab.“ Im ersten Quartal 2009 stellt er sich aber auch durch die verlängerten Werksferien der Hersteller auf einen deutlichen Rückgang von bis zu 25 Prozent im Autogeschäft ein. Für Pessimismus gebe es aber keinen Anlass. „So eine Wachstumspause können wir gut überstehen.“ (dpa)
Autokrise macht auch Hafen zu schaffen
In Bremerhaven werden derzeit 90.000 Neuwagen gelagert – damit ist die Kapazitätsgrenze erreicht