Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat gegen zwei frühere Geschäftsführer des Logistikunternehmens „Fixemer- Gruppe“ Anklage unter anderem wegen illegaler Beschäftigung von mindestens 2045 Lastwagenfahrern erhoben. Auch ein leitender früherer Unternehmensmitarbeiter sei mit angeklagt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Um insgesamt rund 32 Millionen Euro hätten die Beschuldigten die Behörden, Sozialversicherungsträger und ihre Niedriglohnempfänger durch die illegalen Geschäfte geprellt. Die früheren Geschäftsführer, zwei 35 und 40 Jahre alte Brüder, sollen zwischen 1997 und 2001 ausländische Fahrer ohne Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis eingesetzt haben. Die Fahrer seien zwar fast ausschließlich in Osteuropa sowie in Frankreich, Belgien und den Niederlanden gefahren, aber von der deutschen Zentrale in Perl-Borg (Kreis Merzig-Wadern) aus eingesetzt worden. Den Fahrern sei zumeist lediglich die Hälfte der Löhne bezahlt worden, die ein vergleichbarer legal beschäftigter Fahrer in Deutschland verdient hätte. Außerdem seien sie nicht bei Sozialversicherungsträgern angemeldet gewesen und die Brüder hätten auch keine Kraftfahrzeugsteuerklärung für die Lastwagen abgegeben. Überdies wird ihnen eine Vielzahl von Urkundenfälschungen und Bestechung ausländischer Amtsträger vorgeworfen. Die 529 Seiten umfassende Anklage schließt nach Angaben der Staatsanwaltschaft mittlerweile mehrjährige Ermittlungen des Bundesgrenzschutzes, der Zollverwaltung und der Steuerfahndung ab. In der Anklage seien allein 95 Zeugen aufgeführt. (dpa)
Anklage gegen Ex-Geschäftsführer: 2045 Fahrer illegal beschäftigt
Staatsanwaltschaft: Behörden, Sozialversicherungsträger und ihre Niedriglohnempfänger wurden durch illegale Geschäfte um insgesamt 32 Millionen Euro geprellt