Am Rande: Drohung mit Werksprengung macht Schule

16.07.2009 16:26 Uhr

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Paris (Frankreich). Die Drohung der Beschäftigten des französischen Autoteileherstellers New Fabris mit der Sprengung ihres Werks macht Schule. Nach den Mitarbeitern eines Nortel-Werks bei Paris drohten am heutigen Donnerstag die Beschäftigten von JLG in Tonneins mit der Zerstörung der Anlagen. Nach dem Vorbild von New Fabris verteilten die JLG- Mitarbeiter Gasflaschen und Paletten mit brennbarer Flüssigkeit um fertiggestellte Hebebühnen. Beim insolventen Telekomausrüster Nortel, wo 467 Stellen wegfallen sollen, sprachen die Beschäftigten von einer symbolischen Tat: „Wir sind keine Terroristen.“ Dagegen erklärten die JLG-Werker, sie meinten es ernst. JLG war 2006 vom amerikanischen Schwermaschinen-Hersteller Oshkosh Truck übernommen worden. Das Unternehmen streicht 53 Stellen und bietet den Betroffenen jeweils 16.000 Euro Abfindung. Die Beschäftigten wollen 30 000 Euro Abfindung erzwingen. Denselben Betrag je Entlassenen fordern auch die Mitarbeiter der insolventen New Fabris. Die Nortel-Mitarbeiter wollen je 100.000 Euro. „Eine Erpressung mit Gasflaschen wird weder Prämien bringen noch eine Umwandlung des Werks ermöglichen“, erklärte der Staatssekretär für Beschäftigung, Laurent Wauquiez, dem Nachrichtensender LCI. „Die Gasflasche nehmen heißt, sich mit dem Rücken zur Wand zu stellen und das Risiko einer totalen Explosion einzugehen. Das ist kein akzeptables Element des sozialen Dialogs.“ Etwa 150 der 366 Fabris-Werker demonstrierten am Donnerstag vor der Renault Zentrale bei Paris. „Willkommen bei unseren Mördern“, erklärte der Fabris-Betriebsrat Guy Eyermann. Die Demonstranten wollen, dass Renault und sein Konkurrent PSA Peugeot Citroën jeweils 15.000 Euro zu den Abfindungen beitragen. Die Autohersteller hätten Fabris fallengelassen. Der Staat ist Großaktionär bei Renault. Wauquiez erklärte dazu, es sei „nicht Aufgabe des Staates, Druck auszuüben, damit diese oder jene Prämie gezahlt“ werde. Die „Fata Morgana der Prämie“ sichere zudem keine Jobs.(dpa/ak)

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