Krone übernimmt polnischen Händler Pozkrone

05.03.2026 13:56 Uhr | Lesezeit: 3 min
Krone-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, Dr. Frank Albers (r.), begrüßt die Pozkrone-Geschäftsführer Tomasz Kujawa und Maciej Michalski (v. l.) traditionell mit Salz und Brot in der Krone-Familie
Krone-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, Dr. Frank Albers (r.), begrüßt die Pozkrone-Geschäftsführer Tomasz Kujawa und Maciej Michalski (v. l.) traditionell mit Salz und Brot in der Krone-Familie
© Foto: Thomas Rosenberger/ VerkehrsRundschau

Mehr als 30 Jahre hat Krone in Polen mit dem Händler Pozkrone zusammengearbeitet. Nun hat der Fahrzeugbauer seinen Partner übernommen, um die Nachfolge zu regeln und das Leistungsangebot auszubauen. Polen ist für Krone der zweitwichtigste Absatzmarkt in Europa.

Seit 32 Jahren arbeitet die Nutzfahrzeugsparte von Krone schon mit dem polnischen Händler Pozkrone mit Sitz im westpolnischen Tarnowo Podgórne (bei Poznań) zusammen. „Eine gute und erfolgreiche Partnerschaft“, urteilt Dr. Frank Albers, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing von Krone. Die Vertriebskooperation konzentrierte sich auf den Verkauf von Nutzfahrzeugen und Ersatzteilen. Zuletzt waren 17 Mitarbeiter in den Bereichen Administration, Aftersales, Buchhaltung und gebrauchte Fahrzeuge tätig, weitere 20 Außendienstmitarbeiter kümmerten sich um den landesweiten Vertrieb von Krone-Fahrzeugen.

„Die Zusammenarbeit trug wesentlich zum Wachstum von Krone in Europa bei“, sagt Albers. Seit 1994 hat Krone nach eigenen Angaben insgesamt 70 000 Fahrzeuge an den polnischen Händler geliefert, das meiste davon Curtainsider, und einen Neufahrzeugumsatz von 1,5 Milliarden Euro erzielt. Mit Ersatzteilen erwirtschaftete Krone laut Albers in dieser Zeit rund 35 Milliarden Euro.

Wachstum durch Ausweitung des Dienstleistungsangebots

Dennoch hat die Krone-Nutzfahrzeugsparten weitere Ziele. „Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung zeigt uns, dass wir nicht nur durch eine Verbreiterung unserer Produktpalette horizontal wachsen müssen, sondern auch vertikal durch die Integration neuer Angebote“, argumentiert der Krone-Geschäftsführer. Dazu würden beispielsweise zusätzliche Serviceleistungen zählen. Darunter fielen nicht nur Werkstätten und Ersatzteile, sondern auch digitale Produkte, Angebote rund um die Elektrifizierung der Flotten und Finanzierungsleistungen. „Das gilt insbesondere für unseren zweitwichtigsten Absatzmarkt nach Deutschland: Polen“, so Albers.

Zugleich sei die Situation bei Pozkrone zuletzt nicht ideal gewesen, denn der bisherige Mehrheitseigner befinde sich in einem fortgeschrittenen Alter und seine Nachkommen hätten kein Interesse an einer Fortführung des Unternehmens gehabt. Daher haben wir gemeinsam beschlossen, dass Krone Pozkrone übernimmt“, erläutert der Geschäftsführer.

Übernahme von Pozkrone mit Wirkung zu Ende November

Das Closing der Übernahme erfolgte bereits Ende November vergangenen Jahres. Alle Arbeitsplätze sind laut Albers dabei erhalten geblieben, das gesamte Team wurde übernommen. Alle bisher auf dem polnischen Markt existierenden Marken sollen erhalten bleiben. Die Geschäftsführer Tomasz Kujawa und Maciej Michalski bleiben im Amt. Krone entsendet Frank Albers in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Ein erster Schritt des vertikalen Wachstums ist ebenfalls schon wirksam: Die Krone-eigene Vermietung Krone Fleet ist seither auch in Polen aktiv.


Geschäftsentwicklung der Krone Gruppe

Die Zeiten waren für die Fahrzeugbauer schon besser. Zuletzt verzeichnete die Krone Commercial Vehicle Group laut Vertriebs-Geschäftsführer Dr. Frank Albers einen Umsatz von knapp 1,8 Milliarden Euro nach einem Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2022/23 von 2,2 Milliarden Euro. Davon entfallen auf Krone 1,4 Milliarden Euro und auf die Beteiligungen beziehungsweise Tochterunternehmen Schwarzmüller inklusive Hüffermann sowie Knapen 300 beziehungsweise 78,8 Millionen Euro. Insgesamt bauten die Unternehmen laut Frank Albers im vergangenen Geschäftsjahr 9 000 Kofferfahrzeuge, 40.000 Curtainsider und 12 000 Wechseleinheiten.



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