Heidelberg / Mannheim. Speziell auf das Handling von Gas- und Dampfturbinen sowie deren Bauteile abgestimmt, entwickelte die I+O Industrieplanung + Organisation das Konzept für ein neues Logistikzentrum am Alstom-Standort Mannheim-Käfertal. Grundsteinlegung war am 30. September. In der neuen Halle mit einer Gesamtfläche von rund 2400 Quadratmetern können erstmals alle Fertigteile zentral gelagert und abgerufen werden, bevor sie in die Produktion gehen. „Bisher waren die Objekte an verschiedenen Orten auf dem Werksgelände von Alstom verteilt. Der Umschlag erfolgte vom jeweiligen Hallenkran über den Zwischenschritt eines Transportwagens und einen erneuten Kraneinsatz am Zielort. Dies machte jeweils die Anwesenheit von mehreren Mitarbeitern nötig“, schildert Christian Wagenknecht, verantwortlicher Projektleiter von Alstom, die Ausgangslage. Die Bündelung der Lagerflächen und die Reduzierung von Transportzeiten und Personalaufwand seien daher die wichtigsten Ziele des mit dem Entwurf beauftragten Heidelberger Beratungs- und Planungsunternehmens gewesen. Planungsgrundlage war eine Analyse aller Materialbewegungen innerhalb der Produktionsbereiche des Anlagenbauers. Leander Gailus, verantwortlicher Projektleiter seitens I+O: „Bei Gütern dieser Größenordnung gibt es kein Lagersystem von der Stange. Für die technische Ausstattung haben wir uns beispielsweise bei Vorbildern aus dem Container-Verkehr bedient.“ Herzstück der neuen Logistiklösung ist ein fahrbarer Mobilkran, der das gesamte Areal, ausgehend vom Logistikzentrum, erschließt. Damit entfällt bei der Umlagerung von Bauteilen der zeitaufwändige Einsatz von Transportwagen und der Bedarf an zusätzlichem Personal am Aufnahme- beziehungsweise Zielort. Mit einem Arbeitsraum von sechs mal zehn Metern und der Möglichkeit zur Verteilung der Gewichte auf vier Aufhängungen kann der Kran Bauteile bis zu 75 Tonnen bewegen. Volle Drehbarkeit um die eigene Achse und die Bewältigung von Höhenunterschieden bis 20 Zentimeter erlauben das Manövrieren auf dem gesamten Werksgelände. Die Laufwege innerhalb des Logistikzentrums wurden von vornherein so angelegt, dass auch LKW in die Halle hineinfahren und die Bauteile ohne Zwischenschritt vom Kran übernommen werden können. „Das führt zu deutlichen Einsparungen bei Wege- bzw. Lagerkosten und Personalaufwand“, beschreibt Gailus die Vorteile der künftigen Anlage. Zudem gewährt die zentralisierte Lagerung dank vollständiger Integration in die konzernweite IT-Landschaft eine verbesserte Übersicht und entlastet damit die standortübergreifende Produktionssteuerung. Das mit einem Investitionsvolumen von 1,8 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt, zu dem auch ein Bürobau mit Raum für zehn Arbeitsplätze gehört, bildet den Auftakt für weitere bauliche Anpassungen auf dem Werksgelände im Mannheimer Stadtteil Käfertal. Alstom-Mann Wagenknecht: „Der zusätzliche Platz verschafft Alstom die Möglichkeit, verschiedene Funktionen in den einzelnen Werkshallen neu zu ordnen und zu strukturieren. I+O wurde daher bereits beauftragt, ein weiterführendes Konzept für eventuell erforderliche Umbaumaßnahmen und die Neugestaltung von Arbeitsplätzen zu erstellen. Zur Zeit laufen die Ausschreibungsverfahren für die einzelnen Gewerke.“ (sv)
Alstom baut neues Lager für Turbinen
Auf das Handling von Gas- und Dampfturbinen sowie deren Bauteile abgestimmt, entwickelte die I+O das Konzept für ein neues Logistikzentrum am Alstom-Standort Mannheim