Rom. Die Verhandlungen über die Rettung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia sind am Freitag vorerst gescheitert. Das italienische Unternehmerbündnis CAI um die Großbank Intesa San Paolo, das sich zur Übernahme der krisengeschüttelten Airline entschlossen hatte, brach die Gespräche mit den Gewerkschaften ab. Die Situation lasse nun „das Schlimmste befürchten“, sagte Arbeitsminister Maurizio Sacconi. Nach einer weiteren nächtlichen Verhandlungen teilte die CAI am Freitag mit: „Nach sieben Tagen sind die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Gespräche nicht mehr gegeben.“ Im Rahmen des Rettungsplans sollen zwischen 3000 und 7000 der insgesamt fast 20.000 Stellen bei Alitalia gestrichen werden. Die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter hatten sich schon vor Tagen gegen die Pläne ausgesprochen. „Die Arbeitnehmervertretungen, speziell die der Piloten, sind sich der Situation, in der sich Alitalia befindet, scheinbar nicht bewusst“, kritisierte Intesa-Chef Corrado Passera. Ende August hatte das Kabinett in Rom mit einer Gesetzesänderung den Weg für die Rettung der Fluglinie freigemacht. Um die Pleite abzuwenden und die Gründung einer neuen Gesellschaft zu ermöglichen, hatte die Regierung Alitalia unter Sonderverwaltung gestellt. Eine Gruppe von 16 Investoren hatte angekündigt, rund eine Milliarde Euro in das neue Unternehmen pumpen zu wollen. Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi drohte jetzt Medienberichten zufolge, ohne Einigung müsse die Fluggesellschaft mit Entlassungen beginnen, da die Kassen des Unternehmens leer seien. (dpa)
Alitalia-Rettung: Keine Einigung mit Gewerkschaften
Verhandlungen vorerst gescheitert: Gewerkschaften gegen Stellenstreichungen bei dem maroden Staatsunternehmen