Bremen. Die Megakooperation zwischen den zwei weltweit größten Containerreedereien Maersk Line und MSC wird am 10. Januar operativ starten. Dann fährt von Shanghai aus das erste Schiff Richtung Europa ab, für das das Vessel Sharing Agreement (VSA) zwischen den beiden Marktführern gilt. Das sagten gestern Caroline Becquart, Senior Vice President bei MSC, und Sören Toft, COO bei Maersk Line anlässlich der Bremer Unternehmergespräche, die von der BLG Logistics Group veranstaltet werden. Toft und Becquart bestätigten, dass der bisher wenig ausgelastete Jade-Weser-Port von 2M profitieren werde. Wilhelmshaven bekäme zwei wöchentliche Anläufe mit einem Großschiff und werde auch für Transhipment-Aktivitäten genutzt, versprach Toft.
Wilhelmshaven wird nach Auskunft von MSC von den Albatros- und Shogun-Service angelaufen. Albatros verbindet sechs chinesische Häfen sowie Busan (Krea) und Tanjung Pelepas (Malysia) mit Nordwest-Europa. Der Shogun Service läuft drei japanische und vier chinesische Häfen sowie Tanjung Pelepas (Malysia) und Colombo (Sri Lanka) an. Auf eine genaue Prognose, wie viele Container 2M künstig in Wilhelmshaven umschlägt, wollten sich weder Toft noch Becquart festnageln lassen. Man dürfe Wilhelmshaven nicht mit einer kurzfristigen Perspektive beurteilen, sagte Toft. Längerfristig hätte der einzige deutsche Tiefseehafen gute Perspektiven.
In das VSA zwischen Maersk und MSC werden 187 Schiffe mit einer Kapazität von 2,4 Mio TEU eingebunden werden. Das VSA operiert auf allen drei Ost-Westtrades. Das sind neben dem Asien-Europa-Verkehr noch der Transpazifik und der Atlantik zwischen Europa und Nordamerika. Die beiden Kooperationspartner stellen sich gegenseitig auf ihren Schiffen Stellplätze zur Verfügung und stimmen die Fahrpläne ab. Verkauf und Vermarktung läuft unabhängig voneinander. (hel)