-- Anzeige --

KfW: Kreditneugeschäft mit Unternehmen stark gestiegen

Laut KfW steigt der Finanzierungsbedarf in den Unternehmen weiter an (Symbolbild)
© Foto: MicroStockHub/iStockphotos

Der KfW-Kreditmarktausblick zeigt, dass kleine und mittlere Unternehmen bereits die sich verschlechternden Finanzierungsbedingungen spüren.


Datum:
18.11.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
4 min
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen ist im zweiten Quartal 2022 um 21,3 Prozent gestiegen und hat damit ein Rekordhoch erreicht, wie der neue KfW-Kreditmarktausblick von KfW Research zeigt. Ausschlaggebend für das starke Wachstum sei eine „Kombination aus hohem Finanzierungsbedarf für Betriebsmittel und Lagerhaltung, den Krediten der KfW an Unternehmen des Energiesektors im Auftrag des Bundes zur Sicherung der Energieversorgung sowie vor allem im Jahresvergleich der schwachen Kreditvergabe im zweiten Quartal des Jahres 2021“ gewesen, so KfW-Research. Doch auch ohne die beiden letztgenannten Sondereffekte wäre die Kreditvergabe deutscher Banken deutlich um zehn Prozent gestiegen.

Auf den Kreditmarkt wirkten aktuell „gegenläufige Kräfte“: So verschulden sich Unternehmen trotz der heraufziehenden Rezession in ungewöhnlichem Ausmaß zusätzlich, weil die Kosten für Vorleistungsgüter und Energie immer weiter steigen und ihre Liquiditätsplanung unter Stress setze. Hinzu komme, dass die Materialengpässe in Deutschland entgegen dem internationalen Trend virulent bleiben. Daher stocken die Unternehmen ihre Vorräte auf, um einen reibungslosen Produktionsablauf sicherzustellen, wodurch weitere Finanzierungsbedarfe entstehen.

Demgegenüber manifestiert sich auf der Angebotsseite zunehmend die absehbare Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen. So legten die Kreditzinsen in der Erwartung wachsender Ausfallrisiken kontinuierlich zu. Im August verlangten die Banken für langfristige Darlehen je nach Volumen und Laufzeit bereits bis zu drei Prozent Zinsen. Das ist ein Anstieg um 150 Basispunkte binnen Jahresfrist. Zudem agieren die Banken bei der Kreditvergabe mit wachsender Vorsicht. Laut KfW-Kredithürde sind kleine und mittelständische Unternehmen bereits von erheblichen Schwierigkeiten beim Kreditzugang betroffen.

„Die Anpassung der Unternehmen an die stark veränderten Rahmenbedingungen hat einen hohen Liquiditätsbedarf zur Folge und wird somit auch im zweiten Halbjahr 2022 den Unternehmenskreditmarkt prägen“, sagte sie Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib. „Auf längere Sicht dürften sich jedoch dämpfende Einflussfaktoren durchsetzen.“ Die KfW erwarte „eine erhebliche Reduktion der geplanten Investitionen des Mittelstands um rund 60 Milliarden Euro in diesem Jahr“, so Fritzi Köhler-Geib. (tb)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.